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Deutschland / Welt Maschmeyer will den FDP-General anzeigen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Maschmeyer will den FDP-General anzeigen
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19:40 19.11.2014
Hat einen Verdacht: Maschmeyer (li.) will juristisch gegen Hocker vorgehen. Quelle: dpa
Hannover

Stern-Autor Oliver Schröm erinnert sich noch, wann ihn der Informant das erste Mal kontaktierte: Er stand gerade an den Landungsbrücken von St. Pauli, als das Telefon klingelte. Am anderen Ende der Leitung war der Schattenmann, der Schröm und Co-Autor Wigbert Loer mit geheimen Dokumenten und Details versorgte, die dann in das Buch „Geld Macht Politik: Das Beziehungskonto von Carsten Maschmeyer, Gerhard Schröder und Christian Wulff“ einflossen. E-Mails, Geldtransfers, Briefe – der Whistleblower war ganz nah dran. Carsten Maschmeyer ist sich nun offenbar sicher, den Informanten gefunden zu haben und will ihn anzeigen: Es ist sein ehemaliger persönlicher Assistent, der heutige Generalsekretär der FDP Niedersachsen, Gero Hocker.

Maschmeyer werde Anzeige erstatten wegen Diebstahls und Weitergabe von vertraulichen Unterlagen, bestätigte eine Sprecherin des Unternehmers. Die Anzeige werde in den nächsten Tagen bei der Staatsanwaltschaft Hannover eingereicht. Hocker wiederum streitet die Vorwürfe rundheraus ab: „Ich habe niemandem interne Unterlagen zur Verfügung gestellt. Diesbezügliche Mutmaßungen sind unwahr. Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen“, teilte der 39-Jährige gestern in einer Erklärung mit. Der aus Achim stammende Hocker sitzt seit 2009 für die FDP im Landtag, wo er umweltpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist. Daneben organisiert er seit 2012 als Generalsekretär den knapp 6000 Mitglieder starken Landesverband der Liberalen. Hocker ist promovierter Betriebswirt und war vor seinem Eintritt ein Jahr lang Vertriebsbereichsleiter bei der Allianz-Versicherung. Von 2007 bis 2008 arbeitete Hocker als persönlicher Assistent von Maschmeyer beim Finanzdienstleister AWD. Von den Stern-Autoren wird er mit den Worten zitiert: „An der Seite von Carsten Maschmeyer macht man sich unweigerlich Gedanken darüber, welche Dinge im Leben käuflich sein dürfen und welche nicht.“

In dem Buch haben die Autoren Dokumente präsentiert, die belegen sollen, dass Maschmeyer Altbundeskanzler Gerhard Schröder zwei Millionen Euro für die Rechte an dessen Autobiografie gezahlt haben soll. Zuvor hatte Maschmeyer immer angegeben, es habe sich um eine Million Euro gehandelt. Eine Sprecherin erklärte die Differenz als Brutto-Netto-Rechnung. Die Autoren sehen in der hohen Summe einen Beleg dafür, wie eng Maschmeyer und Schröder befreundet waren. So habe sich Maschmeyer auch für eine Reform der Riester-Rente eingesetzt – er habe auf eine „Ölquelle“ gehofft, die für den Finanzdienstleister AWD sprudeln könnte. Schröder, bis 2005 Bundeskanzler, äußert sich nicht zu dem Buch.

Von Heiko Randermann

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