Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Mathematikerin folgt auf Beitz
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Mathematikerin folgt auf Beitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:18 29.08.2013
„Eine sehr gute Wahl“: Ursula Gather. Quelle: dpa
Essen

Die Rektorin der Technischen Universität Dortmund werde Vorsitzende des Kuratoriums der Krupp-Stiftung, teilte das Gremium am Mittwoch in Essen mit. Die Stiftung ist mit 25,3 Prozent der größte Anteilseigner der ThyssenKrupp AG.

Der angeschlagene und verlustreiche Konzern steht seit Monaten in den Schlagzeilen. Gather sprach von einer „großen Aufgabe“. Die Stiftung sei unabhängig, dies wolle sie fortsetzen. Die in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Mathematikerin tritt das Amt zum 1. Oktober an. Sie wurde im Dezember 2011 in das Kuratorium der Stiftung berufen. Als Wissenschaftlerin und Wissenschaftsmanagerin genieße sie national und international einen exzellenten Ruf, hieß es in der Mitteilung der Stiftung weiter.

Heinrich Hiesinger, Vorstandschef des ThyssenKrupp-Konzerns, nannte die neue Vorsitzende des Kuratoriums eine „kluge, erfahrene und streitbare“ Wissenschaftlerin. „Die Entscheidung des Kuratoriums für eine starke Frau ist eine sehr gute Wahl“, sagte er. Gather, die auch als Stiftungsvorsitzende Rektorin der Technischen Universität Dortmund bleibt, tritt in große Fußstapfen: Die Geschicke der Stiftung hatte Beitz lange Jahre als Vorsitzender des Kuratoriums gelenkt. Auf den ThyssenKrupp-Konzern übte er im Hintergrund einen erheblichen Einfluss aus. Entscheidungen von Tragweite waren ohne ihn nicht denkbar.

Zuletzt hatte Beitz dafür gesorgt, dass der frühere Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp, Gerhard Cromme, der auch sein designierter Nachfolger für den Stiftungsvorsitz war, den Posten niederlegte und aus der Stiftung ausschied. Cromme übernahm die Verantwortung für die desaströsen Auslandsgeschäfte in Brasilien und den USA, die dem Unternehmen Milliardenverluste bescherten. Auch mit Kartell- und Korruptionsvorwürfen hatte das Unternehmen zu kämpfen. Eine andere Kultur sollte bei ThyssenKrupp Einzug halten.

Welche Veränderungen sich in der Stiftung und ihrer Beziehung zum ThyssenKrupp-Konzern unter der neuen Vorsitzenden Gather vollziehen werden, bleibt abzuwarten. Nach dem Ausscheiden von Cromme deutete sich bereits an, dass die Macht im Konzern zwischen Aufsichtsrat und dem Hauptaktionär Stiftung entflochten wird. Das Unternehmen, so meinen Beobachter, werde sich in der Ära nach Beitz stärker zu einem „normalen“ Dax-Konzern entwickeln.

Die Stiftung gilt weiterhin für die Zukunft des kriselnden Stahlkonzerns als zentral. Mit ihrer Sperrminorität ist sie ein Bollwerk gegen mögliche feindliche Übernahmen – so wie das Land Niedersachsen es mit seiner Beteiligung für den ThyssenKrupp-Konkurrenten Salzgitter ist.

Durch eine Kapitalerhöhung, die Vorstandschef Hiesinger für die nächste Zeit ausdrücklich nicht ausgeschlossen hat, könnte diese starke Stellung verloren gehen. Denn es wird nicht erwartet, dass die Stiftung dann ihren Anteil entsprechend erhöhen würde.

dpa

Die Unsicherheit über Konjunktur bremst die Kauflaune, aber die Neigung zu größeren Anschaffungen bleibt groß. Für September zeichne sich erstmals seit Februar 2013 wieder eine leichte Abkühlung der Verbraucherstimmung ab

28.08.2013

Seit Wochenbeginn kennen die Ölpreise nur eine Richtung: nach oben. Am Mittwoch war US-Öl mit etwa 117 Dollar so teuer wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Allein in den vergangenen beiden Tagen sind die Preise um 5 Prozent gestiegen.

28.08.2013
Deutschland / Welt Nach Auftragsflaute im Industriegeschäft - Schaeffler mindert Umsatzerwartungen

Beflügelt vom guten Vorjahresgeschäft wollte Schaeffler seinen Umsatz in diesem Jahr um vier Prozent steigern. Von diesem Ziel hat sich der fränkische Autozulieferer nun verabschiedet. Er rechnet für 2013 nur noch mit einem halb so großen Wachstum.

30.08.2013