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Deutschland / Welt VW will trotz Abgas-Skandal weiter kräftig investieren
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt VW will trotz Abgas-Skandal weiter kräftig investieren
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00:18 23.11.2015
Will die Stammbelegschaft halten: VW-Chef Matthias Müller. Quelle: dpa
Wolfsburg

Der Volkswagen-Konzern wolle nicht auf Kosten der Zukunft sparen, sagte VW-Chef Matthias Müller am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg. Im kommenden Jahr sollen die Investitionen daher nur um eine auf maximal zwölf Milliarden Euro verringert werden. Zugleich betonte Müller: „Wir fahren in den kommenden Monaten auf Sicht.“ Man werde in den nächsten Wochen weitere Ausgaben überprüfen und gegebenenfalls auch streichen oder strecken.

An den sechs niedersächsischen Standorten mit ihren 120 000 Beschäftigten bleiben die Investitionen zunächst auf dem Niveau der Vorjahre. Die Pläne sollen bereits in der ersten Aufsichtsratssitzung 2016 überprüft werden. Aktuell seien „noch nicht alle Entwicklungen vorauszusehen“, sagte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. Deshalb müsse man vor allem die Beschäftigungssituation genau im Auge behalten.

Für die Tausenden Leiharbeiter in Deutschland sieht Osterloh schwierige Zeiten anbrechen. Hier gebe es „Risiken an einzelnen Standorten“, sagte er. Die VW-Zeitarbeitstochter Autovision, bei der die Beschäftigten angestellt sind, solle sich schon einmal darauf vorbereiten, den Betroffenen alternative Jobs anzubieten. Allein im hannoverschen VW-Werk sind derzeit rund 900 Zeitarbeiter beschäftigt. Ihre Verträge laufen zum Teil nur noch wenige Wochen.

Müller sagte, VW wolle sich auf die Technologien der Zukunft konzentrieren – das sind die Elektromobilität und die Digitalisierung. So sollen im kommenden Jahr 100  Millionen Euro mehr als bisher geplant in alternative Antriebe gesteckt werden. Bereits vor Wochen hatte der Konzern für die Hauptmarke VW Einsparungen von einer Milliarde Euro angekündigt.

Gekürzt werden soll zum Beispiel bei einem geplanten Designzentrum in Wolfsburg. Der Bau soll verschoben werden, dies führe zu Einsparungen von 100  Millionen Euro, hieß es. Außerdem solle der Bau einer Lackiererei in Mexiko überprüft werden. Bei der Modellpalette werde wie bereits bekannt der Nachfolger des Phaeton verschoben, der dann als Elektroauto auf den Markt kommen soll. Fast die Hälfte der Sachinvestitionen fließt laut VW in die deutschen Standorte, das Gros davon nach Niedersachsen. Damit bekenne sich VW zu seinen Wurzeln, sagte Ministerpräsident Stephan Weil, der ebenfalls im VW-Aufsichtsrat sitzt. Gleichzeitig forderte er Einsparungen bei allem, „was zur Produktentwicklung nicht notwendig ist“.

Noch vor einem Jahr hatte Volkswagen bis 2019 im Konzernbereich Automobile Ausgaben von 85,6 Milliarden Euro angepeilt. Dabei beliefen sich die Sachinvestitionen auf 64,3 Milliarden Euro. Eine vergleichbare Fünf-Jahres-Planung gab VW diesmal nicht bekannt.

Von Lars Ruzic und Andreas Hoenig

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