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Deutschland / Welt Mehr Weihnachtsgeld auch in der Krise
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Mehr Weihnachtsgeld auch in der Krise
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22:40 02.11.2009
Von Dirk Stelzl
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Beschäftigte könnten mit einer Steigerung zwischen 16 und 117 Euro in der mittleren Vergütungsgruppe rechnen. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Branchen. Das Institut hatte Tarifverträge aus 23 Wirtschaftszweigen ausgewertet.

„Die Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben profitieren von den Abschlüssen in der Tarifrunde 2009“, sagte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Reinhard Bispinck. Dabei wurden oftmals deutliche Lohnerhöhungen vereinbart. Dies wirkt sich auch beim Weihnachtsgeld aus. Am stärksten steigt die Sonderzahlung demnach in der chemischen Industrie in Ostdeutschland mit 7,3 Prozent. Beschäftigte der Metallindustrie in Nordwürttemberg/Nordbaden bekommen 4,2 Prozent mehr; das sind 56 Euro in der mittleren Entgeltgruppe. Auch in der niedersächsischen Metallindustrie beträgt das Plus 4,2 Prozent. Im öffentlichen Dienst in westdeutschen Gemeinden steigt die Sonderzahlung um 2,8 Prozent, was 58 Euro ausmacht. Bei der Bahn liegt der Anstieg bei 2,5 Prozent – also bei 48 Euro. Keine Erhöhung gibt es in der Druckindustrie sowie in der Textilindustrie Westfalen und Osnabrück.

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Wegen der schwachen Konjunktur überweisen allerdings nicht alle Firmen die volle Sonderzahlung, wie das WSI erklärte. Unternehmen nutzten Öffnungsklauseln in Tarifverträgen, die in Krisenzeiten Abstriche erlaubten. Wie eine Umfrage unter Betriebsräten ergeben hat, wurden in jedem zehnten Betrieb seit Mitte vorigen Jahres Sonderzahlungen oder Zulagen gekürzt, oder eine Verringerung ist geplant.

Die meisten Beschäftigten niedersächsischer Metallbetriebe können nach Angaben der IG Metall mit der Sonderzahlung rechnen, sofern ihr Betrieb tarifgebunden ist. Eine Ausnahme ist etwa der Fahrzeugbauer Karmann, der um sein Überleben kämpft. Dort fällt das Weihnachtsgeld aus. Auch im Zuständigkeitsgebiet des ver.di-Landesbezirks erhielten die Beschäftigten in der Regel die Sonderzahlung, sagte ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft: „Dort, wo das Weihnachtsgeld tariflich festgelegt wurde, wird es auch gezahlt.“

In den Genuss einer vergleichsweise hohen Sonderzahlung kommen laut WSI die Beschäftigten des Bankgewerbes und der Süßwarenindustrie – jeweils ein Monatsgehalt. In der westdeutschen Chemieindustrie sowie in der Druckindustrie sind 95 Prozent fällig. Darunter liegen Versicherungen (80 Prozent), der westdeutsche Einzelhandel (62,5 Prozent) oder die Metallindustrie mit 55 Prozent im Westen. Im öffentlichen Dienst (Gemeinden) beträgt die Zahlung zwischen 60 und 90 Prozent. Kein Weihnachtsgeld bekommen Beschäftigte etwa des Gebäudereinigerhandwerks.