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Deutschland / Welt Mercedes-Mitarbeiter wollen klagen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Mercedes-Mitarbeiter wollen klagen
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19:06 04.05.2015
Im Mercedes-Werk Bremen arbeiten mehr als 12 500 Mitarbeiter. Quelle: dpa
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Hannover

Nach spontanen Arbeitsniederlegungen wegen angekündigter Auslagerungen bei der Logistiksparte haben über 750 Mercedes-Mitarbeiter in Bremen Abmahnungen bekommen. Jetzt wollen die Betroffenen dagegen klagen. In der nächsten Woche werde eine Massenklage für 30 Mercedes-Beschäftigte beim Bremer Arbeitsgericht eingereicht“, sagte der Berliner Rechtsanwalt Benedikt Hopmann am Montag in Bremen. „Es geht um das Streikrecht.“ Im zweitgrößten Mercedes-Werk arbeiten mehr als 12 500 Mitarbeiter.

Den Beschäftigten wird laut Hopmann vorgeworfen, am 11. Dezember während der Nachtschicht die Arbeit unterbrochen und ohne Genehmigung des Vorgesetzten nicht wieder aufgenommen zu haben. Dadurch sei es zu massiven Produktionsausfällen gekommen. Im Wiederholungsfalle habe das Unternehmen mit Kündigung gedroht, sagte Hopmann. „Eine Abmahnung ist der erste Schritt zur Kündigung, das ist eine sehr ernsthafte Sanktion.“

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Das Streikverbot wurde vor 150 Jahren aufgehoben. Doch es sei immer noch erheblich eingeschränkt, sagte Hopmann. So dürften nur Gewerkschaften zum Streik aufrufen. „Wir haben die Situation der Deregulierung durch Leih- und Werksverträge“, sagte Rechtsanwalt Helmut Platow aus Berlin. „Wenn die Gewerkschaften nichts tun, müssen die Beschäftigten selbst aktiv werden.“ In ihrer Klage berufen sich die Anwälte insbesondere auf Artikel 6 der Europäischen Sozialcharta. Deutschland habe das Gesetz 1964 ratifiziert und bis heute nicht vollständig umgesetzt, sagte Platow.

Neben Hopmann und Platow werden die Kläger zudem von Reinhold Niemerg aus Berlin und Gabriele Heinecke aus Hamburg vertreten. Sie kündigten an, alle Instanzen ausschöpfen zu wollen. „Streikrecht ist laut Artikel 11 Menschenrecht“, betonten die Anwälte.

Von Vera Jansen/dpa

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