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Deutschland / Welt Merkel eröffnet ILA - kein Wort über neue Abgabe
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Merkel eröffnet ILA - kein Wort über neue Abgabe
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18:22 08.06.2010
Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Messerundgang in Berlin. Quelle: dpa
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Dienstag auf der Luftfahrtmesse ILA die lange Geschichte und die Bedeutung der Luftfahrtindustrie für den Standort Deutschland gewürdigt. „Die Luftfahrt ist nach wie vor ein Wirtschaftsbereich, der die Technologieentwicklung insgesamt vorantreibt“, lobte Merkel die Branche auf der größten deutschen Luftfahrtmesse in Berlin- Schönefeld.

Die Luftfahrttechnik habe deshalb „weit über den eigentlichen Bereich hinaus ihre Bedeutung für einen Industriestandort wie Deutschland“, sagte die Kanzlerin. Keine Erwähnung fand die neue Abgabe für Flugreisen aus Deutschland, die Merkel Tags zuvor angekündigt hatte.

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Stattdessen erinnerte sie an die mehr als 100-jährige Geschichte der Ausstellung, in deren Verlauf Besucher auch schon den Zeppelin bestaunen durften. Auf dem Gelände am Flughafens Schönefeld zeigen nun bis zum Sonntag 1153 Aussteller aus 47 Ländern ihre Produkte. „Das, was man hier sehen kann, das ist High Tech im wahrsten Sinne des Wortes, gepaart mit dem Abenteuer des Fliegens“, sagte die Kanzlerin.

Auf ihrem eineinhalbstündigen Rundgang machte sie Station bei der Luftwaffe, bei Herstellern von Triebwerken und Turbinen wie Rolls Royce Deutschland und MTU Aero Engines und der Airbus-Mutter EADS. Zum Abschluss war Merkel Zeugin, als die Fluggesellschaft Emirates 32 Maschinen des weltgrößten Verkehrsflugzeugs A380 bei Airbus orderte.

Nur einmal hatte sie zuvor das am Montag vorgestellte historische Sparpaket ihrer Regierung angesprochen. „Es war für uns sehr wichtig, den Schwerpunkt auf Forschung, Entwicklung und Bildung zu legen“, sagte sie. Die A380 sei ein herausragendes Beispiel für erfolgreiche Entwicklung.

Teil des Pakets ist aber auch die “ökologische Luftverkehrsabgabe“, die das Fliegen voraussichtlich teurer machen wird. Die neue Abgabe für Abflüge von deutschen Flughäfen soll jährlich etwa eine Milliarde Euro in die klammen Staatskassen spülen. Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) vermied am Dienstag öffentliche Äußerungen dazu. Er verwies auf das Finanzministerium.

Ramsauer zeichnete ein positives Bild von der Lage der Branche. Die Auftragsvergabe ziehe an. „Man kann, glaube ich, jetzt schon sagen, dass die Einbußen durch die Aschewolke eine Episode bleiben, die die Fluglinien und die Luftfahrtindustrie gut verkraften werden.“

Zum monatelangen Poker um den Standort der künftigen ILA-Ausgaben, den Schönfeld gegen Leipzig-Halle und andere Bewerber gewann, sagte Merkel: „Klasse setzt sich dann auch durch. Jetzt kann ich eine Weile nicht nach Leipzig kommen, aber das macht nichts.“

dpa