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Deutschland / Welt „Landwirte haben Botschaft verstanden“
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07:59 11.11.2014
Eurotier 2014 in Hannover: Für gesetzliche Vorschriften etwa beim Bau neuer Tierställe sind die Tierhalter nicht zu begeistern. Quelle: Alexander Körner
Hannover

Die Eurotier ist in diesem Jahr anders als in den Vorjahren. Natürlich präsentieren die 2360 Aussteller aus 49 Ländern auf der heute beginnenden Weltleitmesse für Tierhaltung in Hannover wieder jede Menge Neuheiten. Neu aber sei in diesem Jahr, dass die Aussteller bei ihren Innovationen das Tierwohl stärker berücksichtigten, sagt Reinhard Grandke, der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Damit reagierten sie auf das Umdenken vieler Verbraucher, die eine industrielle Tierhaltung ablehnten.

Weil vor allem Profilandwirte nach Hannover kommen, richten die Unternehmen ihre Innovationszyklen seit Jahren auf diese Messe aus. Die DLG veranstaltet die Eurotier im jährlichen Wechsel mit der größten Landtechnikschau der Welt, der Agritechnica. Vor vier Jahren habe die DLG einen Lernprozess auf der Eurotier angeschoben, sagt Grandke im Rückblick. Inzwischen habe die Agrarbranche begriffen, dass „die gesellschaftliche Akzeptanz ein wesentliches Kriterium für die Tierhaltung“ ist.

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Bis Freitag ist die Eurotier auf dem Messegelände täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Tageskarte kostet
 23 Euro (ermäßigt 13 Euro), eine Dauerkarte 46 Euro. Für Kinder unter 13 Jahren in Begleitung Erwachsener ist der Eintritt frei. Mehr Infos unter eurotier.com.

Der DLG-Chef räumte ein, dass es in der Tierhaltung „Fehlentwicklungen“ gebe wie den übermäßigen Einsatz von Antibiotika oder die Belastung des Grundwassers durch die Gülle aus den Mastställen in Regionen mit starker Viehdichte. „Das muss korrigiert werden.“ Doch statt gesetzlicher Verbote hält er „innovative technische Lösungen“ für sinnvoller. „Die Standardlösung kann nicht das Verbot sein.“ Damit spielt Grandke auf eine jüngst von Bundesagrarminister Christian Schmidt für Anfang 2015 angekündigte Rechtsverordnung an. Sie soll dafür sorgen, dass sich der Bau neuer Ställe „stärker am Tierwohl orientiert“. Erreichen will der CSU-Politiker dies durch ein „Prüf- und Zulassungsverfahren für serienmäßig hergestellte Stalleinrichtungen“.

Der inzwischen intensiv geführte Dialog mit Verbraucherschützern, Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace, Tierethikern, Kirchen, Politikern und Landwirten sowie der Industrie hat laut Grandke ein Umdenken ausgelöst. Daran knüpfe man auf der Eurotier mit dem „DLG-Talk Tier“ an, einer an jedem Messetag stattfindenden Diskussionsrunde über Streitthemen der Tierhaltung. Der DLG-Chef ist überzeugt, dass Dialoge mehr für die Akzeptanz bewirken können als Gesetze. Denn die Botschaft sei vor Ort bei den Landwirten angekommen - und werde ihre Investitionsentscheidungen direkt beeinflussen.

Nach dem aktuellen DLG-Trendmonitor sind die Betriebsleiter besonders an technischen Neuheiten interessiert, die den Tierschutz durch neue Haltungssysteme verbessern. Die seit Monaten fallenden Preise für Getreide, Milch und Schlachtschweine haben ihre Investitionslaune offenbar kaum getrübt: Laut DLG-Umfrage plant jeder zweite Betrieb in Deutschland Investitionen, das entspreche etwa dem Ergebnis der Herbstumfrage des vergangenen Jahres.

Die DLG erwartet zur Eurotier etwa 145 000 Besucher, davon ein Fünftel aus dem Ausland. Damit bliebe die Messe deutlich hinter dem Rekord von 160 000 Besuchern im Jahr 2012 zurück. Allerdings ist in diesem Jahr die Geflügelbranche mit ihre World Poultry Show nicht in Hannover dabei.

Eine Agentur wirbt mit geschönten Kommentaren bei Internetportalen für deutsche Unternehmen. Auch für Reiseveranstalter TUI war das Unternehmen aktiv.

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