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Deutschland / Welt Metallbranche schafft 6000 neue Jobs
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Metallbranche schafft 6000 neue Jobs
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21:01 26.01.2011
Von Lars Ruzic
Die „rasante Aufholjagd“ nach der Krise wird viele neue Jobs in Niedersachsens Metall- und Elektroindustrie schaffen. Quelle: dpa
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Davon geht der Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall nach einer Umfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen aus, die gestern in Hannover vorgestellt wurde. „Wir befinden uns inmitten einer rasanten Aufholjagd“, sagte Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt. Allerdings sähen viele Firmen bereits wieder dunkle Wolken aufziehen. „Bei den steigenden Rohstoffpreisen wächst ein Problem heran, das uns große Sorge bereitet.“

Bereits im zweiten Quartal 2010 hätten die Unternehmen der von Schmidt betreuten Verbände, darunter auch Kautschuk-, Verpackungsindustrie und einige Dienstleister, wieder Personal eingestellt – lediglich ein Jahr nach dem Tiefpunkt der Krise. „Noch nie hat ein Abschwung so wenig Blessuren am Arbeitsmarkt hinterlassen.“ In der Metallbranche habe jedes zweite Unternehmen die Belegschaft um bis zu 5 Prozent aufgestockt, in der Kautschukindustrie waren es sogar 62 Prozent. Der Anteil unbefristeter Stellen betrug jedoch lediglich etwas mehr als ein Fünftel.

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In diesem Jahr wolle vor allem die Metallindustrie weitere Jobs schaffen, so Schmidt. Jede zweite Firma berichte über entsprechende Pläne. Auch könne der Anteil unbefristeter Stellen etwas ansteigen – auf rund 30 Prozent, mutmaßte der Hauptgeschäftsführer. Die IG Metall in Niedersachsen bezeichnete diese Entwicklung als „Skandal“. Es sei dringend notwendig, prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie befristete Anstellungen oder Leiharbeit zurückzudrängen, entgegnete Bezirkschef Hartmut Meine. „Wer den Fachkräftemangel beklagt, muss unbefristete Arbeitsverhältnisse zu guten Tarifbedingungen bieten“, forderte er.

Schmidt dagegen wandte sich gegen eine Begrenzung der Jobs auf Zeit, die ein Erfolgsfaktor des deutschen Aufschwungs seien. „Jede Restriktion dieser Instrumente legt die Axt an die Wurzel dieses Beschäftigungswunders“, warnte der Arbeitgebervertreter. Mit Blick auf die aktuellen Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition, bei denen auch die Einführung der Regel „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ debattiert wird, forderte Schmidt, der Gesetzgeber solle sich aus dieser Frage heraushalten. Gegen einen gesetzlichen Mindestlohn auf Basis der zwischen den Tarifpartnern ausgehandelten 7,60 Euro hätte er dagegen „nichts einzuwenden“. Schmidt wies darauf hin, dass 70 Prozent der befragten Unternehmen ohnehin auf betrieblicher Ebene eigene Vereinbarungen zu den Anstellungskonditionen von Leiharbeitern hätten. Das reiche völlig aus.