Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Microsoft wird 40
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Microsoft wird 40
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:06 04.04.2015
Foto: Zurück ins Jahr 1995. Bill Gates stellte damals das Betriebssystem Microsoft 95 vor.
Zurück ins Jahr 1995. Bill Gates stellte damals das Betriebssystem Microsoft 95 vor.  Quelle: dpa (Archiv)
Anzeige

1975 brachte das Magazin „Popular Electronics“, in dem der „Microcomputer“ Altair 8800 vorgestellt wurde, den beiden die entscheidende Idee. Für den „ersten echten Personal Computer“, schrieb Gates später. Er würde „die Welt des Computing verändern“. Genau so kam es. „Die Revolution ist eingetreten, und sie hat das Leben von Millionen Menschen verändert“, sollte er 20 Jahre später in seinem ersten Buch schreiben.

Gates erkannte, dass man Hardware und Software, die bis dahin nur in einem nicht aufzuschnürenden Paket angeboten wurden, trennen müsse. Mit dem Gewinn des Auftrags im Jahr 1980, den ersten IBM-PC mit einer Systemsoftware zu bestücken, legten Allen und Gates das Fundament für den sagenhaften Aufstieg von Microsoft. Der Visionär Gates und die Verkaufskanone Steve Ballmer brachten dann nicht nur „einen PC auf jeden Schreibtisch“, sondern sorgten auch dafür, dass mit Windows 95 die Vision „Information At Your Fingertips“ sich für viele PC-Anwender bewahrheitete. Unter Microsoft-Chef Ballmer gelang es Microsoft, den Umsatz von 25 auf 75 Milliarden Dollar zu steigern. Aber er konnte nicht verhindern, dass andere die Regentschaft im Web übernahmen, weil er den Zug der Zeit nicht erkannte.

Kurswechsel bei Microsoft

Vor einem Jahr, am Ende der Ära von Microsoft-Chef Steve Ballmer, schien es so, als sei der Software-Gigant einem schleichenden Bedeutungsverlust ausgeliefert. Der Konzern konnte nicht mehr mithalten im Markt und musste sich auf seine klassischen Einnahmequellen Windows und die Office-Büroprogramme verlassen.

Zum 40. Geburtstag am Sonnabend gibt es wieder Hoffnung. Der neue Microsoft-Chef Satya Nadella hat einen Kurswechsel eingeleitet: Statt die eigenen Plattformen in den Markt zu pressen, will Microsoft mit seinen Diensten und Programmen auch auf allen Geräten der Konkurrenz präsent sein. Schlüssel sind die Cloud-Dienste, über die die Daten der Nutzer synchronisiert werden.

Hier hat der US-Konzern mit Azure ein Eisen im Feuer. Es ist die nächste von vielen Wandlungen des Konzerns. Mit Nadella versucht Microsoft, das Image des Windows-Dinosauriers abzuschütteln. Der Konzern kaufte für 2,5 Milliarden Dollar das populäre Spiel „Minecraft“ und präsentierte die Daten-Brille Hololens.

Christoph Dernbach

MS-Dos, Windows und Cloud-Dienste

In 40 Jahren stieg Microsoft an die Spitze der PC-Industrie auf, wurde mit Windows so mächtig, dass eine Zerschlagung drohte, verpasste den Smartphone-Boom und fand neue Hoffnung in Cloud-Diensten. Eine Chronologie:

1975: Am 4. April gründen die Kindheitsfreunde Bill Gates und Paul Allen die Firma Micro-Soft. Microsoft selbst hat den Stichtag zwar nie offiziell bestätigt, will den Tag aber mit einem Video zur Geschichte des Unternehmens ehren. Der 19-jährige Gates wird Chef, der Name des Unternehmens wird später in Microsoft geändert.

1980: Microsoft bekommt von IBM den Auftrag, ein Betriebssystem für den geplanten Personal Computer zu liefern. Microsoft bietet ein zugekauftes Programm unter dem Namen MS-DOS an. Der Deal ist nicht exklusiv:Microsoft kann MS-DOS auch anderen Herstellern verkaufen. Gates' College-Freund Steve Ballmer kommt zu Microsoft.

1983: Allen zieht sich nach einer Krebserkrankung zurück.

1985: Microsoft veröffentlicht Windows, eine grafische Erweiterung für MS-DOS.

1986: Microsoft geht im März an die Börse. Das legt den Grundstein für Milliarden-Vermögen von Gates, Allen und Ballmer.

1990: Die Firma bündelt ihre Büroprogramme im Paket Microsoft Office.

1995: Windows 95 macht einen Sprung nach vorn, was die PC-Bedienung angeht. Zugleich will Microsoft vergeblich den Dienst MSN als Internet-Alternative etablieren. Nach dem Erfolg des Web-Browsers Netscape bündelt Microsoft sein Konkurrenz-Programm Internet Explorer mit Windows und erreicht damit eine dominierende Position.

1997: Die Bündelung von Internet Explorer und Windows löst Ermittlungen der US-Wettbewerbshüter aus.

2000: Gates übergibt im Januar die Microsoft-Führung an Ballmer und schafft für sich den Posten eines Chef-Software-Architekten. Im April entscheidet ein Gericht, Microsoft missbrauche eine Monopol-Position. Eine Zerschlagung steht im Raum.

2001: Im Oktober bringt Microsoft Windows XP heraus, sein langlebigstes Betriebssystem. Mit der Xbox steigt der Konzern ins Geschäft mit Spielekonsolen ein.

2004: Microsoft einigt sich mit US-Wettbewerbshütern. Zugleich gibt es Kartellermittlungen in Europa, die zu mehreren hundert Millionen Euro Strafe und Auflagen für die Trennung von Software führen.

2007: Windows Vista verkauft sich zwar gut, ist aber bei Nutzern unter anderem wegen umständlicher Bedienung unbeliebt. Ballmer belächelt das iPhone, Microsoft verpasst bei Smartphones den Anschluss an Appleund Googles Android-System.

2008: Gates gibt den Posten des Software-Architekten ab.

2009: Windows 7 soll die Schwächen von Vista ausbessern.

2012: Mit dem Tablet Surface stellt Microsoft den ersten Computer aus eigener Produktion vor.

2013: Microsoft kauft die Handy-Sparte des einstigen Weltmarktführers Nokia. Ballmer kündigt seinen Rückzug an.

2014: Cloud-Manager Satya Nadella wird neuer Konzernchef. Microsoft streicht nach der Übernahme des Nokia-Geschäfts 18 000 Arbeitsplätze. Nadella kündigt den Fokus auf Cloud-Dienste für alle Plattformen an.

dpa

03.04.2015
Deutschland / Welt Kartellamt kämpft gegen Booking.com - Weg mit den Bestpreisklauseln
02.04.2015