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Deutschland / Welt Mit Schirmen gegen Datenräuber
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22:52 11.03.2014
Umgeben von 2000 Schirmen: Der Telekom-Stand will sich auf der CeBIT als Datenschützer und Netzausbauer präsentieren. Quelle: Schledding
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Hannover

Auf dem CeBIT-Stand der Telekom hängt der Himmel nicht voller Geigen, sondern voller Schirme. Die sind natürlich magentafarben, die Markenfarbe des Unternehmens. 2000 Stück sind es, verteilt auf 4000 Quadratmeter Standfläche – also genug, um nicht nass zu werden.

Von der schlauen Küche bis zum cleveren Sensorhandschuh: Am zweiten Tag der Computermesse CeBIT in Hannover standen die unterschiedlichen Produkte der Aussteller im Fokus.

Doch wovor will der Konzern seine Besucher bewahren? „Die Schirme symbolisieren den Schutz vor Datenattacken und stehen für gute Netzabdeckung“, erklärt Antje Hundhausen, Leiterin der Abteilung Brand Experience bei der Telekom. „Brand Experience“ bedeutet Markenwahrnehmung, und die Telekom ist nach einem aktuellen Ranking die wertvollste deutsche Marke. Und weil Symbolik auf einem Messestand mit dem Inhalt in Verbindung stehen soll, dachte sich Hundhausen die Schirmdekoration aus. So inszeniert sich die Telekom auf der CeBIT mithilfe von Schirmen als Datenschützer – ein Zeichen des Wandels der Anforderungen in der IT-Branche. 

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Das Stand-Design hat sich deshalb auch in anderer Hinsicht verändert: Der Telekommunikationsanbieter hat seine Monopolstellung am Markt verloren. Heute muss er um Kunden werben, die früher von selbst kamen. „Wir haben den Stand wärmer und damit zugänglicher für Besucher gemacht“, sagt Hundhausen dazu. Das Unternehmen gab das Konzept der einzelnen Dachmarken wie „T-Home“ oder „T-Mobile“ im Jahr 2010 auf und präsentiert sich deshalb auch auf dem Stand als organische Einheit statt mit abgetrennten Bereichen.

Die CeBIT-Fokussierung auf Fachbesucher begrüßt die Managerin jedoch: Das erlaube, sich bei der Gestaltung nur auf eine Zielgruppe zu konzentrieren. Und die soll überrascht werden: „Lockere Sitzgruppen, viele Themeninseln, ein Show-Act – das erwartet man nicht von der Telekom“, sagt Hundhausen. Was man allerdings erwartet, ist die Größenordnung: Auf dem Stand sind 800 Mitarbeiter, er wurde ein halbes Jahr lang geplant und innerhalb von vier Wochen gebaut. Die Kosten allein für den Stand liegen im einstelligen Millionenbereich.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premierminister David Cameron beim Rundgang über die CeBIT in Hannover.

Die Optik des Stands ist dabei nicht nur für die CeBIT relevant. „Die Messe ist immer ein Testballon für den gesamten Konzern. Wenn das Design gut ankommt, verwenden wir es auch in unseren Telekom-Shops und in unseren Büros“, erklärt Hundhausen. Die CeBIT spielt für die Telekom dabei nicht nur in optischer Hinsicht eine wichtige Rolle: Zwar sei die Internationale Funkausstellung (IFA) in Bezug auf die Händler auch relevant, doch sei „die CeBIT in Bezug auf die Bilanz unsere wichtigste Messe.“ Auch die Ausstellungsfläche sei seit fünf Jahren konstant. „Manche meinen, Messen sind tot. Das stimmt aber überhaupt nicht, in Zeiten der Digitalisierung legen Menschen wieder Wert darauf, sich persönlich zu treffen.“

Diese Beobachtung passt nicht nur zur Ausstellerzahl der CeBIT, die sich in diesem Jahr erstmals wieder stabilisiert hat. Sie beschreibt auch den positiven Trend der ganzen Messebranche – für sie hängt der Himmel tatsächlich voller Geigen: Sowohl die Zahl der Aussteller als auch die Zahl der Besucher ist seit Jahren stabil. Und Messen sind nach einer Umfrage des Ausstellungs- und Messe-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (AUMA) – neben der eignenen Internetseite – weiterhin das wichtigste Mittel, um Geschäftskunden zu erreichen.

Von Sabrina Mazzola

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