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Deutschland / Welt So fälschungssicher ist der neue Zwanziger
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11:11 13.11.2015
Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Bundesbank, ist überzeugt, dass die zweite Generation der 20-Euro-Scheine dank neuer Sicherheitsmerkmale nur sehr schwer gefälscht werden kann.  Quelle: dpa
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Frankfurt

Besonders das neuartige Hologramm-Fenster soll den Kriminellen Kopfzerbrechen bereiten – zur Freude der Notenbanken und zum Wohl der Verbraucher: „Mit dem neuen Zwanziger ist ein Meilenstein in der Banknoten-Technologie gelungen“, sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Hält man die Banknote gegen das Licht, wird das Fenster durchsichtig. Dort erscheint ein Porträt der mythologischen Gestalt Europa, das von beiden Seiten des Geldscheins zu erkennen ist. Das abgebildete Porträt der Namensgeberin des Kontinents stammt von einer mehr als 2000 Jahre alten Vase aus Süditalien, die im Pariser Louvre zu besichtigen ist. „Das Sichtfenster lässt sich mit einer Farbkopie nicht herstellen“, erklärt Thiele.
Das ist wichtig, denn von den bereits eingeführten runderneuerten Euro-Banknoten – dem Fünfer (im Jahr 2013) und dem Zehner (2014) – gingen den Behörden bisher nur einfache Farbkopien minderer Qualität ins Netz. „Das geht mit dem Fenster nicht. Es erfordert eine ganz andere Technik“, sagt Thiele.

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Falschgeld künftig leicht zu erkennen

Zwar dürften auch von der blauen Banknote der zweiten Generation bald erste Blüten in Umlauf kommen, meint Stefan Hardt, der Leiter des Bundesbank-Zentralbereichs Bargeld. „Sie werden aber sehr schlecht und leicht als Falschgeld zu erkennen sein.“ Das ist beim Zwanziger besonders bedeutend – schließlich war dieser der im ersten Halbjahr 2015 weltweit am häufigsten gefälschte Euro-Schein. Mehr als jede zweite Euro-Blüte war ein Zwanziger.

In Deutschland lag der Anteil an allen Fälschungen mit 41 Prozent allerdings etwas niedriger: Hierzulande wurden mehr falsche Fünfziger sichergestellt. Dennoch betont Thiele: „Es besteht Handlungsbedarf.“ Ähnlich sieht es EZB-Präsident Mario Draghi, der bereits im Februar hervorhob: „Die 20-Euro-Note ist wichtig, weil sie einer der am meisten genutzten Scheine im Euro-Raum ist.“

Einführung startet am 25. November

Längst laufen die Vorbereitungen für die Einführung des Zwanzigers der Europa-Serie. 4,3 Milliarden Banknoten sind gedruckt, die über Geldautomaten, Kassenschalter oder als Wechselgeld im Handel vom 25.  November an bei den Verbrauchern landen werden. Die Scheine haben ein Gesamtgewicht von rund 4300 Tonnen und würden nebeneinandergelegt eine Fläche von 5767 Fußballfeldern bedecken.

Die Notenbanken stellen mehr neue Zwanziger bereit, als derzeit von der ersten Serie im Umlauf sind. Nach Zahlen der Bundesbank sind derzeit über alle Stückelungen hinweg rund 18 Milliarden Euro-Banknoten im Wert von einer Billion Euro im Verkehr – davon 3,3 Milliarden 20-Euro-Scheine.

Für die Einführung des neuen Zwanzigers werden Automatenbetreiber und Banken seit neun Monaten geschult, denn fast 27.400 Geräte müssen umgestellt werden. Das Chaos vom Mai 2013 soll sich nicht wiederholen. Seinerzeit kam die neue Fünf-Euro-Note in Umlauf – doch Fahrscheine oder Parktickets konnten die Verbraucher an vielen Automaten damit nicht bezahlen. Die Software der Automaten war nicht rechtzeitig geändert worden.     

Von Harald Schmidt

13.11.2015
Albrecht Scheuermann 12.11.2015