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Deutschland / Welt Nachtzugverkehr schreibt schwarze Zahlen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Nachtzugverkehr schreibt schwarze Zahlen
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00:15 27.10.2017
Von Bernd Haase
Die Nightjets aus Österreich sind für Freunde nächtlicher Fernreisen mit Zügen mit Schlafwagenabteil und Automitnahme die einzige Reisemöglichkeit.
Die Nightjets aus Österreich sind für Freunde nächtlicher Fernreisen mit Zügen mit Schlafwagenabteil und Automitnahme die einzige Reisemöglichkeit. Quelle: ÖBB
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Die Österreicher waren Anfang des Jahres mit ihren Nightjets in das Nacht- und Autoreisezuggeschäft  in Deutschland eingestiegen, an dem die Deutsche Bahn kein Interesse mehr hatte. "Bei uns spielt der Nachtzugverkehr traditionell eine starke Rolle", sagt Kurt Bauer, Leiter Fernverkehr bei den ÖBB. 17 Prozent des Umsatzes würden in diesem Segment erzielt, in dem man europaweit größter Anbieter sei. Bei der Deutschen Bahn waren es lediglich ein Prozent.

Als die  Pläne durchsickerten, der deutsche Staatskonzern wolle die Nachtzüge aufgeben, kämpften sogar Bürgerinitiativen für den Erhalt. Für den sorgte dann der bundeseigene Betrieb aus dem Nachbarland und ist mit dem Ergebnis zufrieden. "Wir hatten mit 1,4 Millionen Reisenden im ersten Jahr kalkuliert. Das haben wir erreicht und schreiben schwarze Zahlen", bilanziert Bauer. Dazu beigetragen habe ein gegenüber früher verbesserter Service wie etwa die Möglichkeit, Familienabteile zu buchen, klassisches Frühstück im Schlafwagen oder ein Glas Sekt zur Begrüßung. "Wir wenden uns an diejenigen, die nicht nur ankommen, sondern schon die Reise genießen wollen", sagt Pressesprecher Bernhard Rieder. Die Auslastung der Schlafwagen liege bei 80 Prozent.

Gern würden die ÖBB laut Bauer weiter expandieren und klassische Nachtzugverbindungen etwa Richtung Amsterdam oder Prag wieder ins Angebot nehmen. Allerdings fehle es dafür im Augenblick am notwendigen Wagenmaterial. Deshalb bleibt die Reisemöglichkeit Richtung Schweiz zum Fahrplanwechsel Ende des Jahres die einzige, die für Hannoveraner neu ins Programm kommt. In drei bis vier Jahren, so schätzt Bauer, werde man dann größere Möglichkeiten zur Angebotsverbesserung haben.