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Deutschland / Welt Neuer deutscher Rekord: 41 Millionen Erwerbstätige
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Neuer deutscher Rekord: 41 Millionen Erwerbstätige
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22:49 27.10.2010
Von Stefan Koch
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Die Zahl der Arbeitslosen sank im Vergleich zu September um 86.000. Damit ergibt sich eine Arbeitslosenquote von genau sieben Prozent. Dies sei „ein ganz großer Erfolg für die Menschen“, sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen am Mittwoch.

Unter drei Millionen lag die Zahl der Jobsuchenden letztmals im Oktober und November 2008. Danach war sie durch die Finanz- und Wirtschaftskrise allerdings zwischenzeitlich auf mehr als 3,6 Millionen gestiegen.
Ihren Höhepunkt hatte die Arbeitslosigkeit 2005 erreicht – mit einem Jahresdurchschnitt von 4,861 Millionen Arbeitslosen. In einigen Monaten lag sie damals sogar über der Marke von fünf Millionen. Grund war auch die Hartz-IV-Reform, die am 1. Januar 2005 in Kraft trat. Durch sie wurden viele bisherige Sozialhilfeempfänger wieder in die Statistik aufgenommen.

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Im  Bundeswirtschaftsministerium hieß es, dass es neben den Arbeitslosenzahlen auch bemerkenswerte Beschäftigungsdaten gebe: Demnächst seien in Deutschland 41 Millionen Menschen erwerbstätig – so viele wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erklärte, trotz der guten Zahlen gebe es keinen Anlass zur Euphorie. „Es gibt immer noch keinen gleichen Lohn für gleiche Arbeit in der Leiharbeit und keine flächendeckenden Mindestlöhne“, sagte DGB-Vize Claus Matecki. Dagegen spricht Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt von einem Jobwunder, das Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik gemeinsam geschafft hätten.

Von der Leyen sagte, dass sich das Instrument der Kurzarbeit bewährt habe. Die Wirtschaft sei nach der Krise fähig gewesen, schnell auf neue Aufträge zu reagieren, „weil sie die richtigen Fachkräfte im Betrieb hatte“. Dominierendes Thema werde nun der Fachkräftebedarf sein. Die Ministerin erklärte, künftig müsse nicht nur „das inländische Potenzial“ stärker genutzt werden. Notwendig sei auch „eine klug gesteuerte Zuwanderung von Fachkräften“.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, durch die Kurzarbeit seien in der Krise 300.000 Stellen gesichert worden.Die Zahl der Langzeitarbeitslosen liege zurzeit um 100.000 unter dem Vorkrisen-Niveau.

Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion, sagte dieser Zeitung, die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt „kann klar auf die rot-grüne Arbeitsmarktpolitik sowie auf die Krisenstrategie der Großen Koalition zurückgeführt werden“. Jetzt gehe es darum, Vollbeschäftigung zu erreichen. SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil erklärte, der Durchbruch am Arbeitsmarkt sei „nicht wegen, sondern trotz der schwarz-gelben Koalition“ gelungen.