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Deutschland / Welt Noch keine Entscheidung über Schließung von Opel-Werken
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Noch keine Entscheidung über Schließung von Opel-Werken
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16:12 19.02.2009
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Dies sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem Chef der Opel-Mutter General Motors (GM), Rick Wagoner, in Detroit. Der Opel-Betriebsrat reagierte zunächst „sehr erleichtert“, blieb jedoch weiterhin skeptisch.

„Wir regen an, dass der Bund jetzt die Initiative ergreift“, sagte Rüttgers mit Blick auf die zahlreichen Arbeitsplätze bei Opel in Deutschland. An der Ausarbeitung eines Zukunftsplans für den Autobauer sollten neben der Führung von Opel und GM Europe auch Arbeitnehmervertreter beteiligt werden. Rüttgers machte in dem einstündigen Gespräch mit Wagoner demnach deutlich, dass die Voraussetzung für öffentliche Hilfen der Erhalt der Unternehmensstandorte in Deutschland sei.

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GM hatte der US-Regierung am Dienstag in Washington einen Sanierungsplan vorgestellt, der den Abbau von insgesamt 47.000 Stellen weltweit vorsieht - 26.000 davon außerhalb der USA. Das Unternehmen erklärte zudem, die Sanierung des Konzerns könne „mehrere mögliche Schließungen/Verkäufe von Produktionsstätten an Standorten mit hohen Kosten“ in Europa beinhalten.

Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel wertete die Aussagen von Rüttgers als „gute Information“. Er sei auch deswegen zuversichtlich, weil GM-Europachef Carl-Peter Forster signalisiert habe, „keine Schließung eines deutschen Werkes“ zuzulassen, sagte EinenkelNDR Info“. Hier habe der Betriebsrat „volles Vertrauen“. Dennoch bestehe aller Grund zur Skepsis: „So lange wir mit General Motors zu tun haben, muss man immer auf das Schlimmste gefasst sein“, sagte Einenkel.

Er halte die Trennung von Opel vom Mutterkonzern GM weiterhin für sinnvoll, sagte Einenkel. Voraussetzung sei, dass GM diesen Schritt auch akzeptiere. Der US-Konzern sei „nun mal die Mutter, die uns freigeben muss.“ Zwar habe Opel alleine „nicht die entsprechende Größe“, um zu überleben. Vorstellbar wäre jedoch ein Zusammenschluss mit anderen europäischen Unternehmensteilen, von denen sich GM trennen wolle. Dies sind Vauxhall in Großbritannien und Saab in Schweden.

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sprach laut „Bild“-Zeitung am Rande eines EU-Ministertreffens am Donnerstag in Brüssel mit seinem belgischen Amtskollegen über ein mögliches Rettungspaket. Opel hat im belgischen Antwerpen ein Werk.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) signalisierte Bereitschaft zu Gesprächen über staatliche Hilfen für Opel. „Wir sind gesprächsbereit, weil es um 26.000 Opel-Beschäftigte und wohl genauso viele bei den Zulieferern geht“, sagte er den „Ruhr Nachrichten“. Ein Allheilmittel sei staatliche Finanzhilfe für Privatunternehmen jedoch nicht. „Ich bin skeptisch gegenüber staatlichen Beteiligungen an Industrieunternehmen. Das würde uferlos.“

Die thüringische Landesregierung bot Opel eine Kreditbürgschaft von bis zu 40 Millionen Euro und eine direkte Beteiligung des Landes an dem Unternehmen an. „Wir wollen alles tun, um Opel zu helfen“, sagte der Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) der „Berliner Zeitung“ vom Freitag. Eine direkte Beteiligung und Fördergelder seien möglich, „wenn Opel in die Selbstständigkeit entlassen werden sollte“. Opel hat einen Standort im thüringischen Eisenach.

afp