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Deutschland / Welt Noch mehr Kapital für Opel?
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Noch mehr Kapital für Opel?
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10:14 07.03.2009
Ein Fahrzeug der Marke Opel fährt in Berlin am Bundeskanzleramt vorbei. Quelle: Michael Gottschalk/ddp
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Diese Summe habe der Aufsichtsratschef von General-Motors-Europa, Carl-Peter Forster, bei einem Treffen mit Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Freitag in Berlin genannt. Bislang war die benötigte Summe auf 3,3 Milliarden Euro beziffert worden. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Dagmar Wöhrl (CSU), sieht derweil kaum noch Rettungschancen für Opel. Eine Insolvenz könne nur noch vermieden werden, wenn Opel schnell ein Zukunftskonzept vorlege.

Ob Steuergelder in so beträchtlichem Maß wie von Opel verlangt an ein Unternehmen fließen sollten, das bereits Werksschließungen und die Entlassung Tausender Mitarbeiter angekündigt hat, sei „höchst fragwürdig und unwahrscheinlich“, sagte Wöhrl. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass sie keine Möglichkeiten sieht, Opel aus dem US-amerikanischen Konzern General Motors (GM) herauszulösen.

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Die Hälfte der nun geforderten vier Milliarden Euro würden laut Forster diverse Banken bereitstellen. Allerdings würden die Geldinstitute die Kredite nur dann bewilligen, wenn die europäischen Staaten mit Opel-Standorten wie Deutschland, Großbritannien, Spanien und Belgien die Bürgschaften übernehmen. Die übrigen zwei Milliarden Euro müssten nach den Opel-Plänen als direkte Staatshilfen fließen.

Presseberichten zufolge hat sich Opel auf ein Drei-Werke-Szenario zum Personalabbau verständigt. Laut „Rheinischer Post“ sollen die Produktionsstätten im thüringischen Eisenach und im schwedischen Trollhättan verkauft und das Werk im belgischen Antwerpen vermutlich geschlossen werden. Gleichzeitig sei in den deutschen Werken in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern die Streichung von insgesamt 5110 Produktionsarbeitsplätzen vorgesehen. Weitere Stellen sollen in Verwaltung und Logistik entfallen.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) rechnet mit einem Rettungsplan für Opel. Er sei zwar voller Sorge, „aber es gibt eine Chance“, sagte Beck. Dazu zähle auch eine europäische Eigenständigkeit von Opel.

Der Vorsitzende der Wirtschaftsministerkonferenz der Länder, Brandenburgs Ressortchef Ulrich Junghanns (CDU), sprach sich gegen eine Sonderbehandlung von Opel aus. „Die Großen dürfen nicht anders behandelt werden als die Kleinen“, sagte Junghanns.

Hessens stellvertretender Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn (FDP) lehnte Staatsgelder zur Rettung des Autobauers entschieden ab. „Opel braucht private Investoren“, sagte Hahn. Die Hauptaufgabe in der Unternehmenskrise liege beim Management und nicht bei der Politik.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) wollte dagegen keine Möglichkeit zur Rettung von Opel ausschließen. Zwar sei der US-Mutterkonzern GM in erster Linie in der Pflicht, ein tragfähiges Konzept vorzulegen, doch auch die Politik sei gefordert, sagte Tiefensee. So könne der Staat Kredite und Bürgschaften vergeben. Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) erklärte, er sei noch immer für eine staatliche Hilfe für Opel.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) warnte dagegen vor staatlichen Beteiligungen an Opel. „Mangels eines überzeugenden Konzeptes sollte der Staat die Finger von Opel lassen“, sagte Zeil.

ddp

Gabi Stief 06.03.2009