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Deutschland / Welt Nonnenmacher bleibt vorerst Chef der HSH-Nordbank
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12:45 01.12.2010
HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher. Quelle: dpa
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Der umstrittene Vorstandschef der HSH-Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, wird die Geschäfte des Geldinstituts vorerst weiterführen. Bis Klarheit darüber herrsche, ob Nonnenmacher eine grobe Pflichtverletzung nachgewiesen werden könne, bleibe er im Amt, sagte ein Sprecher der Hamburger Finanzbehörde am Mittwoch. Derzeit prüfe der Aufsichtsrat die Möglichkeiten einer Abberufung, ergänzte der Sprecher. Er bestätigte einen Bericht des „Hamburger Abendblatts“, wonach der Gesellschafterausschuss der Anteilseigner - die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein - diesen Vorschlag des HSH-Aufsichtsratsvorsitzenden Hilmar Kopper angenommen habe.

Somit wird es bei der regulären Sitzung des Kontrollgremiums an diesem Donnerstag nicht zu dem von der Politik ursprünglich betriebenen schnellen Rauswurf Nonnenmachers kommen. Nach dpa-Informationen aus der Kieler Koalition gibt es Bestrebungen, einen externen Nachfolger durchzusetzen. Ziel ist es offenkundig, die Nachfolge noch in diesem Jahr zu klären.

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Am 9. November hatten Hamburg und Schleswig-Holstein den früheren Deutsche-Bank-Chef Kopper aufgefordert, Nonnenmacher abzulösen. Ausschlaggebend dafür waren vermeintliche Intrigen in der Landesbank sowie eine Bespitzelungsaffäre von Politikern. Der Aufsichtsrat hatte damals angekündigt, das weitere Vorgehen in seiner nächsten ordentlichen Sitzung (2.12.) erörtern zu wollen.

Staatsanwaltschaften in Kiel, Hamburg und New York ermitteln gegen das Geldinstitut - und gegen Nonnenmacher wegen möglicher Untreue. In einem Beschluss des Hamburger Landgerichts zu früheren riskanten Kreditersatzgeschäften namens „Omega“ sollen dem Vorstandschef nach Medienberichten „gravierende Pflichtverletzungen“ nachgewiesen worden sein.

„Ich handele nach dem Aktienrecht“, hatte Aufsichtsratschef Kopper in den Turbulenzen um den Vorstandschef klargestellt. „Sobald ich etwas erfahre, was dem Aktienrecht widerspricht, ziehe ich Konsequenzen.“ Mehrmals hatte das Kontrollgremium Nonnenmacher sein Vertrauen ausgesprochen.

Dem seit zwei Jahren amtierenden Vorstandschef ist es gelungen, nach dem Milliardendesaster mit einem Verlust von 2,8 Milliarden Euro 2008 einen Sanierungskurs zu fahren, der das Institut in den ersten neun Monaten 2010 - ohne die Kosten der Restrukturierung - wieder ins Plus (101 Mio Euro) führte. Unter dem Strich blieb ein Verlust von 246 Millionen Euro, was vor allem an den Millionen-Kosten für die Milliardengarantien der Länder liegt.

Neben Nonnenmacher dürfte den Aufsichtsrat am Donnerstag eine weitere Personalie beschäftigten: Frank Roth. Das damalige HSH-Vorstandsmitglied war 2009 wegen angeblichen Verrats von Geschäftsgeheimnissen entlassen worden. Ermittlungen gegen ihn wurden wegen mangelnden Tatverdachts eingestellt. Und eine Beschwerde der HSH Nordbank dagegen verwarf die Generalsstaatsanwaltschaft in Schleswig-Holstein als unbegründet. Wie dpa aus banknahen Kreisen bestätigt wurde, will das Institut auf weitere gerichtliche Schritte verzichten. Roth hatte angekündigt, auf Vertragsansprüche und Schadenersatz zu dringen. Nun dürfte es nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ im Kontrollgremium darum gehen, „wie man sich mit Roth verständigen könne“.

dpa

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