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Deutschland / Welt Nur geringe Entschädigung für Air Berlin
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Nur geringe Entschädigung für Air Berlin
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18:12 03.06.2014
Der heutige Flughafenchef Mehdorn hatte das Verfahren noch selbst angestrengt. Quelle: Michael Kappeler
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Berlin

Air Berlin ließ seine Schadensersatzklage am Dienstag fallen. Nach dem Korruptionsverdacht am Flughafen BER begann unterdessen ein Expertenteam, nach möglichen weiteren Fällen zu suchen. Flughafenchef Hartmut Mehdorn und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sollen am Mittwoch vor dem Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses Stellung nehmen.

Im Streit zwischen Air Berlin und dem Flughafen, über den heute erneut vor einer Zivilkammer verhandelt werden sollte, wurde der Prozesstermin aufgehoben. Die Unternehmen teilten mit, dass sie sich am Montag außergerichtlich geeinigt hätten. „Über Einzelheiten der Einigung haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.“ Laut „Bild“-Zeitung wird Air Berlin 1,8 Millionen Euro erhalten.

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Air Berlin hatte in der Zivilklage 48 Millionen Euro Schadensersatz verlangt. In der ersten Verhandlung hatte die Kammer allerdings bezweifelt, dass es einen Vertrag zwischen Air Berlin und der Flughafengesellschaft gegeben habe und auf einen außergerichtlichen Vergleich gedrungen. Die Eröffnung des neuen Flughafens war im Mai 2012 nur knapp vier Wochen vor dem geplanten Termin abgesagt worden. Die Airline machte in dem Prozess Verluste geltend, weil sie den Flughafen Tegel nach wie vor nicht als Drehkreuz für Fernverbindungen nutzen könne. Das Gericht erklärte dagegen, die Fluggesellschaft könne allenfalls einen Vertrauensschaden reklamieren. Dies betreffe aber nur einzelne Positionen wie Mieten für Büros oder Umbuchungskosten. Der heutige Flughafenchef Hartmut Mehdorn hatte das Verfahren in seiner Zeit als Chef von Air Berlin noch selbst angestrengt.

Mehdorn und Wowereit sollen den Abgeordneten Auskunft darüber geben, wie es zu dem mutmaßliche Korruptionsfall am neuen Hauptstadtflughafen kommen konnte. Dem bisherigen Technikchef Jochen Großmann wird vorgeworfen, in einem Fall rund 500 000 Euro für die Vergabe eines Auftrages verlangt zu haben. „Wir erwarten eine lückenlose Aufklärung“, betonte Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop. „Wowereit und Mehdorn sind offenbar mit der Klärung zentraler Fragen überfordert.“

dpa

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