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Deutschland / Welt Nur noch ein „A“ für die Besten
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Nur noch ein „A“ für die Besten
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09:37 15.06.2017
Die Pluszeichen werden abgeschafft: Verbraucher sollen energiesparende Geräte künftig leichter erkennen können. Quelle: Peter Kneffel
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Hannover

Hannover. Das Durcheinander hat in absehbarer Zeit ein Ende. Spätestens von 2020 an werden die Energiesiegel auf Elektrogeräten durch neue ersetzt. Statt der Effizienzklassen „A+++“ bis „D“ gibt es dann eine Staffelung vom grünen „A“ für sparsame Geräte bis zum tiefroten „G“ für Stromfresser. Die eigentlichen Fortschritte stecken jedoch in den Details der nun vom Europäischen Parlament gebilligten Neuregelungen. Hier ein Überblick zu den geplanten Änderungen:

Warum wird die Kennzeichnung umgestellt?

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Die ersten Labels stammen aus dem Jahr 1990. Inzwischen hat die technische Entwicklung solche Fortschritte gemacht, dass viele Geräte die „A“-Kategorie erreichten und der Kunde die Unterschiede nicht mehr erkennen konnte. Differenzen wurden daher mit immer mehr Pluszeichen markiert. Wer weiß schon, dass der Unterschied beim Stromverbrauch zwischen einem Gerät mit „A+++“ und einem mit „A++“ genauso groß ist wie zwischen „A“ und „B“?

Für welche Geräte gilt das?

2020 soll die Umstellung beginnen. Kühlschränke, Waschmaschinen, Fernsehgeräte und Lampen sind zuerst dran. Dann folgen weitere Elektrogeräte wie Staubsauger, Boiler und Heizungen.

Wer prüft die Geräte?

Verantwortlich für die Einordnung in die richtigen Energieeffizienzklassen sind die Hersteller. Der Händler hat das mitgelieferte Etikett lediglich aufzukleben. Er darf in der Übergangszeit auch nicht von sich aus alte gegen neue Labels tauschen. Der Verbraucher soll sich sicher sein, dass die technischen Vorgaben für alle Geräte gelten. Entscheidet er sich für ein Produkt aus einem Nicht-EU-Land, sind der Importeur oder Lieferant für die entsprechende Prüfung und Auszeichnung verantwortlich. Bei Verstößen gibt es Strafen. In Deutschland gilt eine falsche Auszeichnung von Elektrogeräten als Ordnungswidrigkeit.

Kann ein Kunde ein Gerät zurückgeben, wenn die Angaben falsch waren?

Nein. Eine entsprechende Forderung fand im EU-Parlament keine Mehrheit.

Kann ich mich vorab über die Elektrogeräte informieren?

Das ist wohl der eigentliche Schritt nach vorn bei dieser neuen Produktkennzeichnung. Zum einen wird es eine Datenbank geben, mit deren Hilfe die Aufsichtsbehörden den Markt überwachen. Zum anderen soll der Kunde die Möglichkeit bekommen, in einer weiteren Datenbank im Netz die Geräte anzusehen, die Siegel zu vergleichen und auch die genauen Angaben zu Stromverbrauch, Langlebigkeit und Recycling-Freundlichkeit einzusehen. In einer zweiten Stufe sollen die Labels einen QR-Code enthalten, sodass der Verbraucher mit seinem Handy direkt im Internet die Beschreibung der Geräte aufrufen kann.

Was bringen die Siegel?

Nach Erkenntnissen der Europäischen Union richten sich 85 Prozent der Verbraucher danach, wie energieeffizient ein neues Gerät ist. Schließlich könne ein Haushalt pro Jahr bis zu 500 Euro sparen, wenn man sich neue Elektrogeräte anschafft. Davon profitiert laut EU-Behörde auch die Wirtschaft. Hersteller und Händler dürfen bei technischen Innovationen mit einem Umsatzplus von 65 Milliarden Euro pro Jahr rechnen.