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Deutschland / Welt Ökostrom-Umlage steigt auf 3,530 Cent
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Ökostrom-Umlage steigt auf 3,530 Cent
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18:18 15.10.2010
EIn Solarkraftwerk südlich von Leipzig. Quelle: dpa (Archiv)
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Die von allen Stromverbrauchern zu zahlende Ökostrom-Umlage steigt 2011 um rund 70 Prozent auf 3,530 Cent. Das teilten die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber am Freitag offiziell mit. Grund ist vor allem der massive Zubau im Bereich der Solarenergie. Für eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden Strom könnten dadurch Mehrkosten von rund 70 Euro pro Jahr anfallen.

Da Strom aus Wind, Sonne und Biomasse derzeit in der Produktion noch teurer ist als aus Kohle oder Atomkraft, zahlen die Verbraucher die Differenz zu den Marktpreisen über die sogenannte EEG-Umlage. Sie war vor zehn Jahren im von Rot-Grün beschlossenen Erneuerbaren- Energie-Gesetz vereinbart worden. Um den Ökostrom zu fördern, gibt es zudem einen Einspeisevorrang vor anderen Energieträgern.

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Röttgen verteidigt teuren Ökostrom

Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) verteidigt die Ökostrom-Förderung vor Kritik an den steigenden Kosten für Verbraucher. „Der ökonomische Wert der erneuerbaren Energien übersteigt die Kosten bei weitem“, sagte er der „Financial Times Deutschland“ (Freitagausgabe). „Nachhaltige und klimaschonende Energiesicherheit ist ein Wert, der auch einen Preis hat“, sagte Röttgen. So biete die Branche inzwischen 340.000 Arbeitsplätze, eine rasant wachsende Wertschöpfung und entscheidende Innovationsimpulse.

Der CDU-Politiker stellte sich auch hinter die Solarenergie, die für den Großteil der Mehrkosten verantwortlich ist. „Langfristig brauchen wir alle verfügbaren Technologien, um eine sichere und klimaschonende Energieerzeugung zu erreichen.“ Zugleich rief er die Solarbranche auf, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. „Es ist jetzt an der Branche, durch Innovationen, Senkung der Kosten und die Erschließung von Auslandsmärkten ihre Abhängigkeit vom deutschen Markt zu vermindern.“

Sander fordert Reform der Einspeisevergütung

Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander fordert die Reform der Einspeisevergütung für erneuerbare Energien. „Die zusätzlichen Kosten durch Ökoenergien betragen bereits heute für einen Privathaushalt 150 Euro und werden zukünftig weiter steigen“, sagte der FDP-Politiker am Freitag in Hannover. Dies sei für viele Familien nicht mehr zu finanzieren.

Neben einer Absenkung der Einspeisevergütung für Photovoltaik sei auch eine Reform des Vergütungssystems für Strom aus Biogas nötig, sagte Sander. Der in Niedersachsen regional stark unterschiedliche Ausbau der Biogasnutzung und die damit zusammenhängenden Probleme für die Regionen mache eine Veränderung des Vergütungssystems erforderlich. „Niedersachsen wird sich daher dafür einsetzen, dass das Vergütungssystem stark vereinfacht wird und sich deutlich stärker als bisher an marktwirtschaftlichen Aspekten orientiert.“

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

afp/dpa/dapd