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Deutschland / Welt Opel verzichtet auf weitere Kurzarbeit
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Opel verzichtet auf weitere Kurzarbeit
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12:16 15.02.2009
Ein Mitarbeiter der Opel Eisenach GmbH steht am Fließband bei der Produktion des Opel Corsa. Quelle: Jens-Ulrich Koch/ddp
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Die ersten drei Wochen im März werde im Eisenacher Werk durchgearbeitet, sagte der Europa-Vizechef von General Motors (GM), Alain Visser, dem „Handelsblatt“ vom Montag. Der Autofahrerclub ACE widersprach Befürchtungen, nicht alle Interessen würden die Abwrackprämie erhalten.

In Eisenach wird das kleine Opel-Modell Corsa gebaut. Laut „Handelsblatt“ war intern nach Angaben des Betriebsrates bisher davon ausgegangen worden, dass auch im nächsten Monat erneut Kurzarbeit in Eisenach nötig gewesen wäre. Opel hatte allerdings bereits angekündigt, schon im Februar die geplante Kurzarbeit in den Werken Eisenach und im spanischen Zaragossa, wo ebenfalls der Corsa gebaut wird, um zwei Tage zu reduzieren.

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Die staatliche Abwrackprämie von 2500 Euro führte Visser zufolge nun zu einer deutlichen Belebung der Nachfrage. „Wir spüren eine extreme Nachfrage, vor allem nach unseren Kleinwagen.“ Schon im Januar seien die Auftragseingänge von Privatkunden bei Opel um die Hälfte gestiegen. „Die Nachfrage nach dem Agila hat sich sogar verdoppelt, die Bestellungen für unserem Kleinwagen Corsa haben um 70 Prozent zulegt, die für den Astra um 30 Prozent.“

Der steigende Absatz insbesondere von Kleinwagen hatte zuletzt teils zu mehrmonatigen Wartezeiten für ein neues Auto geführt. Der spanische Autobauer Seat hatte am Wochenbeginn angekündigt, seine Produktion im März erhöhen zu wollen. Grund sei die erhöhte Nachfrage aus Deutschland wegen der Abwrackprämie.

Der ACE Auto Club Europa trat Befürchtungen entgegen, die auf 1,5 Milliarden Euro begrenzten Mittel für die Abwrackprämie könnten am Ende nicht ausreichen. „Die aus Kreisen des Kfz-Gewerbes geschürte Angst, dass potenzielle Antragssteller leer ausgehen könnten, ist nach Lage der Dinge völlig unbegründet“, erklärte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner am Wochenende in Stuttgart.

Bei Hochrechnung der in den ersten vier Wochen gestellten rund 42.000 Prämienanträge könnten bei gleich großem Interesse noch weitere 462.000 Anträge bis zum Ablauf der Frist gestellt werden. Die verfügbaren Mittel reichten aber für rund 600.000 Anträge aus, erklärte der ACE-Sprecher.

Nach Angaben des Händlerverbandes ZDK kurbelt die Abwrackprämie insbesondere das Geschäft mit Neuwagen an. 80 Prozent der Käufer, welche die Prämie in Anspruch nehmen, kauften einen Neuwagen, sagte ZDK-Sprecher Helmut Blümer dem „Focus“. Es ist auch möglich, beim Kauf eines Jahreswagens von der Prämie für die Verschrottung eines mindestens neun Jahre alten Wagens zu profitieren. Laut ZDK bezahlen die Kunden derzeit im Schnitt zwischen 10.000 und 12.000 Euro für ihren neuen Pkw. Bei den Jahreswagen betrage die Preisspanne 15.000 bis 18.000 Euro.

afp