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Deutschland / Welt Panasonic kündigt Milliardenverlust an
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Panasonic kündigt Milliardenverlust an
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18:29 31.10.2012
Der Panasonic-Konzern versinkt in tiefroten Zahlen und schockiert die Anleger.
Der Panasonic-Konzern versinkt in tiefroten Zahlen und schockiert die Anleger. Quelle: dpa
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Tokio

Der japanische Elektronik-Konzern Panasonic erwartet im zweiten Jahr in Folge einen riesigen Verlust. Nach dem Rekordminus des Vorjahres soll der Fehlbetrag wieder fast genauso hoch ausfallen. Der Verlust in dem noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr dürfte 765 Milliarden Yen (7,4 Mrd Euro) erreichen, kündigte das Unternehmen am Mittwoch in Tokio an. Zusammen mit den 772 Milliarden Yen im Jahr davor verliert Panasonic damit in 24 Monaten umgerechnet 14,8 Milliarden Euro. Nun wird der Sparkurs verschärft und unter anderem das Smartphone-Geschäft in Europa nach nur wenigen Monaten wieder aufgegeben.

Eigentlich hatte Panasonic diesmal einen Gewinn von 50 Milliarden Yen in Aussicht gestellt. Allerdings verhagelten Wertberichtigungen, Sanierungskosten und die schwächere Nachfrage nach Elektronikgeräten nun doch wieder die Bilanz, hieß es. Der Großteil der Verluste fiel schon in dem Ende September abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal an. Es gab ein Minus von knapp 698 Milliarden Yen (rund 6,77 Mrd Euro).

Der Jahresverlust wird dramatisch höher ausfallen als am Markt noch wenige Stunden zuvor erwartet. Von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 24,7 Milliarden Yen gerechnet.
Den Großteil der roten Zahlen machen Sanierungskosten und Abschreibungen aus. Sie sollen auf bis zu 440 Milliarden Yen statt der zuvor erwarteten 41 Milliarden steigen. Erstmals seit den 50er Jahren soll es keine Dividende geben, der Konzern „muss die finanzielle Lage dringend verbessern“.

Panasonic baute schon in den vergangenen Quartalen fast 40 000 Arbeitsplätze ab. Jetzt soll noch stärker gespart werden. Wie bereits spekuliert steigt Panasonic nach nur wenigen Monaten aus dem Vertrieb seiner Smartphones in Europa aus. Das Unternehmen hatte erst Anfang 2012 nach mehrjähriger Unterbrechung seine Computer-Handys wieder unter anderem nach Deutschland gebracht, konnte aber gegen starke Rivalen wie Samsung oder Apple kaum an Boden gewinnen.
Panasonic wird aber auf breiter Front von den Umwälzungen in der Elektronik-Branche getroffen. Die Nachfrage im Kerngeschäft mit TV-Geräten bleibt weiterhin schwach und damit kommt auch Panasonic nicht in Gang. Zudem kann der Handy-Bereich auch im Heimatmarkt nicht mit erfolgreicheren Konkurrenten mithalten. Und die Flaute im PC-Markt bremst den Absatz von Akkus etwa für Notebooks. Zudem haben Proteste im Zusammenhang mit dem japanisch-chinesischen Insel-Streit die Produktion in einigen Panasonic-Werken in China beeinträchtigt. Im vergangenen Quartal sank der Konzernumsatz um zwölf Prozent auf 1,82 Billionen Yen (17,6 Mrd Euro).

Die einst für ihre Innovationskraft berühmte japanische Elektronik-Branche kämpft quer durch die Bank mit schweren Problemen. Auch Panasonics Rivalen wie Sony oder Sharp stecken tief in roten Zahlen. Neben den strukturellen Schwierigkeiten durch die Abhängigkeit vom Geschäft mit TV-Geräten macht ihnen auch der starke Yen schwer zu schaffen. 

dpa