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Deutschland / Welt Paracelsus-Kliniken stellen Insolvenzantrag
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Paracelsus-Kliniken stellen Insolvenzantrag
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19:59 21.12.2017
Blick auf eine Zufahrt zu den Paracelsus Kliniken in Langenhagen.  Quelle: Imago
Henstedt-Ulzburg/Helgoland/Osnabrück

Auch die Langenhagener Klinik mit etwa 250 Mitarbeitern und 90 Betten ist betroffen. Entsprechend gedrückt ist die Stimmung unter der Belegschaft, heißt es aus dem Krankenhaus auf Anfrage. So kurz vor Weihnachten sei das eine schlimme Nachricht, die Laune im Keller.

Doch gleichwohl gebe es für die Langenhagener Klinik auch Hoffnung, sagte eine Mitarbeiterin, die aber namentlich nicht genannt werden möchte. Denn im Gegensatz zu anderen Krankenhäusern des Verbund stehe die Klinik in der Stadt vergleichsweise gut da. Deshalb seien sich die Mitarbeiter sicher, dass es in Langenhagen langfristig weitergehe. Vorerst laufe der Klinikbetrieb auch normal weiter und die Patienten würden wie immer behandelt.

23 Standorte mit 5200 Beschäftigten

Insgesamt sind 40 Einrichtungen an 23 Standorten mit zusammen 5200 Beschäftigten betroffen. Nach Informationen der Gewerkschaft Verdi sind sieben Akutkliniken defizitär. In zahlreichen Häusern gebe es zu viele Fachabteilungen, Umstrukturierungen und Investitionen seien seit Jahren verpasst worden, sagte Gewerkschaftsexperte Sven Bergelin.

Löhne und Gehälter seien über das Insolvenzgeld gesichert, hieß es. Der Klinikkonzern sei in Schieflage geraten, nachdem einzelne Standorte der Gruppe erhebliche Verluste geschrieben haben. Nun solle versucht werden, die defizitären Einrichtungen neu aufzustellen, teilte das Unternehmen mit. Um welche Standorte und Abteilungen es gehe, wolle man nicht sagen.

Klinikbetrieb läuft weiter

In den nächsten Monaten soll nun ein Sanierungsplan erarbeitet werden. „Wir werden den eingeschlagenen Weg in vollem Umfang und mit vollem Engagement unterstützen“, sagte Gesamtbetriebsratsvorsitzende Sylvia Tausche einer Mitteilung zufolge.

Forderungen der Geschäftsführung, erneut nach 2013 und 2014 auf das Weihnachtsgeld zu verzichten, hatte die Tarifkommission von Verdi in diesem Herbst abgelehnt. Grund: Trotz früherem Verzicht aufs Weihnachtsgeld seien notwendige Investitionen in der Vergangenheit unterblieben. Das Unternehmen habe das Weihnachtsgeld im November allerdings schon nicht mehr gezahlt.

Von RND/dpa/swa