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Deutschland / Welt Pflegekräfte sollen faire Löhne erhalten
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Pflegekräfte sollen faire Löhne erhalten
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06:37 12.05.2015
Von Gabi Stief
Pflegekräfte in Altenheimen erfahren von ihren Patienten viel Dankbarkeit – die schwierige Arbeit wird aber nicht gut bezahlt. Quelle: Jiri Hubatka
Hannover

Beide Verbände hoffen, dass sich in den nächsten Wochen auch die Caritas, das DRK und der Paritätische der Runde anschließen werden. Das Ziel seien faire und verbindliche Tariflöhne für alle Anbieter in der Pflege, sagte AWO-Verhandlungsführer Gero Kettler. Bisher gibt es unterschiedliche Regelungen. Bis Ende des Jahres will man bei den Verhandlungen zum Abschluss kommen. Sollte dies gelingen, hätte die Vereinbarung bundesweit Vorbildcharakter.

Die Beteiligten sind zuversichtlich, dass es nicht nur bei Ankündigungen bleibt. Der Optimismus ist nicht unbegründet: Bereits im Februar hatten sich alle Wohlfahrtsverbände in Niedersachsen nach monatelangem Ringen mit Verdi auf den bundesweit ersten Tarifvertrag für Altenpflegeschüler geeinigt. Er sieht eine Erhöhung der monatlichen Ausbildungsentgelte um durchschnittlich 200 Euro vor.

Demnächst soll beim zuständigen niedersächsischen Sozialministerium die Allgemeinverbindlichkeit dieses Tarifvertrages für die Altenpflegebranche in dem Bundesland beantragt werden. Es wird erwartet, dass Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) die Initiative unterstützt. Eine Genehmigung hätte zur Folge, dass die tariflich vereinbarte Ausbildungsvergütung branchenweit gilt - auch in privaten Pflegeheimen und bei privaten ambulanten Diensten.

Aktionstag für bessere Arbeitsbedingungen

Pflegekräfte verteilen Blumen: Mit einem bundesweiten Aktionstag wollen die Diakonie und die Gewerkschaft Verdi am Dienstag auf Mängel in der Pflege hinweisen. Unter dem Motto „Nicht nur Blumen brauchen Pflege“ werden Pflegekräfte am heutigen „Internationalen Tag der Pflege“ in vielen Städten Blumen verteilen, wie die Diakonie am Montag mitteilte. Gefordert werden mehr Personal und höhere Gehälter an Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen.
Die Mitarbeiter seien engagiert und leisteten eine gute Pflege, sagte Diakonievorstand Maria Loheide. Eine unzureichende Finanzierung gefährde allerdings zunehmend die gute Versorgung der Pflegebedürftigen und gehe zulasten der Pflegekräfte. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler erklärte: Niemand bezweifle mehr, dass die Arbeit der Pflegenden zu schlecht bezahlt werde. „Aber wenn es konkret um bessere Bezahlung geht, bremsen die Arbeitgeber. Und wenn es um gesetzliche Vorgaben für eine bessere Personalausstattung geht, bremst die Politik“, kritisierte sie.

Verdi-Verhandlungsführer Joachim Lüddecke sagte nach der Auftaktverhandlung, dass es wichtig sei, den Beruf durch gerechte Tariflöhne weiterhin attraktiv zu gestalten. Schließlich seien die Arbeitsbedingungen geprägt durch körperliche und psychische Belastungen. Eine faire Entlohnung sei auch ein Mittel, den bereits heute vorherrschenden Fachkräftemangel zu bekämpfen.

Rüdiger Becker, der Vorsitzende des Dienstgeberverbands der Diakonie, erinnerte daran, dass die Bezahlung der Altenpflegekräfte in Niedersachsen im Vergleich der Bundesländer besonders dramatisch sei. Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Niedersachsen mit einem Durchschnittsverdienst von 2200 Euro brutto für Altenpflegefachkräfte und 1600 Euro für angelernte Helferinnen nur von ostdeutschen Bundesländern unterboten werde. Der bundesweite Durchschnittslohn für Pflegefachkräfte liegt demnach bei 2441 Euro brutto. Im Vergleich zur Krankenpflegerin verdient eine Altenpflegerin in Ostdeutschland fast 30 Prozent weniger, in Westdeutschland etwa 18 Prozent weniger. Teilweise werden Helferinnen in Krankenhäusern besser entlohnt als die qualifizierte Fachkraft im Altenpflegeheim.

Bei der Vorstellung der Studie hatte der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), im Januar angekündigt, durch eine Gesetzesänderung den Pflegekassen das Recht einzuräumen, von den Pflegeheimen und ambulanten Diensten einen Nachweis über tatsächlich gezahlte Löhne anzufordern. Die Forderungen der Pflege-Arbeitgeber gehen weiter: Wichtig sei eine bessere Refinanzierung durch die Pflegekassen, sagte Diakonie-Vertreter Becker. Die Kostenträger müssten stärker in die Pflicht genommen werden. Bereits in der kommenden Woche sollen die Verhandlungen über den Tarifvertrag in der Altenpflege fortgesetzt werden.

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