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Deutschland / Welt Piëch will das VW-Imperium noch ausdehnen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Piëch will das VW-Imperium noch ausdehnen
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21:19 15.09.2009
Von Stefan Winter
Will das VW-Imperium vergrößern: Ferdinand Piëch. Quelle: ddp
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Dazu lieferte er eine für ihn typische Begründung: „Ein Dutzend kann man sich leichter merken als zehn.“

Als potenzielle „Nummer elf“ im Konzern gilt schon länger MAN. Volkswagen ist bei dem Münchener Lkw-Hersteller seit Jahren mit knapp 30 Prozent beteiligt und will ihn mit der konzerneigenen Lkw-Marke Scania zusammenbringen. Doch außer Piëch hat dieses Projekt im Konzern wenig Fürsprecher, beim Mehrheitsaktionär Porsche hielt man von der Idee überhaupt nichts. Doch die Verhältnisse haben sich geändert, und Piëch stößt wieder sein Lieblingsprojekt an. Die Börsianer glauben offenbar an einen Erfolg, die MAN-Aktie ist in den vergangen Wochen stark gestiegen.

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Über Details mochte Piëch in Frankfurt noch nicht berichten, aber offenbar hat er sie bereits im Kopf: „Das muss ich erst unserem Vorstand vorschlagen.“ Die seit Jahren angestrebte Allianz im Nutzfahrzeuggeschäft komme ihm zu langsam voran, „aber das wird schneller werden“. Die Wirtschaftskrise hat die Lkw-Hersteller dramatisch erwischt. Piëch glaubt offenbar, dass das die massiven Vorbehalte der Scania-Spitze gegen einen Verbund beseitigen wird.

Der japanische Hersteller Suzuki könnte das Markendutzend vollmachen, wobei dort bisher nicht von einer Übernahme, sondern nur von einer Beteiligung in der Größenordnung von zehn bis zwanzig Prozent die Rede ist. Den ersten Hinweis hatte Piëch schon vor einigen Wochen gegeben, als er die Qualität der Suzuki-Autos lobte. Martin Winterkorn setzte die Linie in Frankfurt fort: Die Suzuki-Palette würde gut passen, sagte der VW-Chef: „Volkswagen schaut sich immer um, was passen könnte.“ Suzuki hat seine Stärken bei einfachen Kleinwagen und Geländewagen und ist in Indien und Südostasien gut vertreten, wo der VW-Konzern seine schwächsten Stellen hat. Das Familienunternehmen Suzuki wiederum braucht einen Partner, nachdem General Motors seine Beteiligung bei den Japanern zu Geld machen musste.

Mit Suzuki könnte Piëch nebenbei noch einen persönlichen Traum erfüllen. Eine Motorradmarke wäre schön, bekannte er vor Jahren. Damals hatte er Ducati im Sinn, aber das habe er sich „abgeschminkt“. Suzuki ist einer der größten Motorradhersteller der Welt.