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Deutschland / Welt Porsche will sich von drückender Schuldenlast befreien
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Porsche will sich von drückender Schuldenlast befreien
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16:03 30.11.2010
Mit einem integrierten Konzern will Martin Winterkorn eine Spitzenposition in der Automobilwelt erobern. Quelle: dpa
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Der Sportwagenbauer Porsche will sich von seiner drückenden Schuldenlast befreien und mit frischem Elan mit Volkswagen an die Weltspitze fahren. „Der integrierte Konzern hat das Zeug, die Spitzenposition in der Automobilwelt zu erobern - und dauerhaft zu halten“, sagte der Chef von VW und der Porsche-Holding, Martin Winterkorn, am Dienstag auf der Porsche-Hauptversammlung in Stuttgart. Allerdings dämpfte er die Hoffnung auf ein schnelles Happy End in dem Auto-Krimi. Schadenersatzklagen und Steuerprobleme könnten das Verschmelzen der Autobauer verzögern.

Nächster wichtiger Schritt in eine gemeinsame Zukunft ist die geplanten Kapitalerhöhung von bis zu fünf Milliarden Euro, der die Porsche-Aktionäre bei der Hauptversammlung zustimmen sollten. So sollen die restliche Schulden von rund sechs Milliarden Euro der Dachgesellschaft Porsche SE weitgehend abgetragen werden.

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In der Holding sind das Porsche-Autogeschäft und Anteile an VW gebündelt - sie geht zurück auf den Versuch Porsches, VW zu übernehmen, der jedoch wegen Finanzierungsproblemen aufgegeben wurde. Die Stuttgarter hatten dabei einen Schuldenberg von mehr als elf Milliarden Euro aufgetürmt. Bei der anstehenden Verschmelzung hat nun Volkswagen das Sagen.

Die milliardenschwere Kapitalerhöhung will Porsche-SE- Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch am liebsten bis Ende Mai nächsten Jahres durchziehen, spätestens aber bis Ende August. „Mit der Kapitalerhöhung wird eine weitgehende Entschuldung der Porsche SE erreicht“, betonte Pötsch. Das ist die wesentliche Voraussetzung für die Verschmelzung der beiden Autobauer.

Die Familien Porsche und Piëch hatten schon vor Monaten zugesagt, bei der Kapitalerhöhung den Teil der Stammaktionäre von bis zu 2,5 Milliarden Euro zu tragen. Bei der Hauptversammlung kam es darauf an, wie die Vorzugsaktionäre abstimmen. Das sind Investmentfonds, Banken, aber auch viele Privatanleger. Sie sollen die restlichen 2,5 Milliarden Euro stemmen.

Finanzvorstand Pötsch hatte vor dem Aktionärstreffen auf einer längeren Werbetour versucht, für das Vorhaben Stimmen zu sammeln. Mehrere Aktionärsschützer und Anteilseigner äußerten sich jedoch skeptisch zu dem Schritt. Trotz des nachdrücklichen Werbens der Porsche-Spitze wurde offen dazu aufgerufen, gegen die Kapitalerhöhung zu stimmen.

Sollte die direkte Kapitalerhöhung scheitern, hat sich der Vorstand einen Notfallplan zurechtgelegt. Er will sich von den Aktionären die Zustimmung sichern, im Notfall das Geld für die Entschuldung auch auf anderem Wege einzusammeln - zum Beispiel mit der Ausgabe sogenannter Wandelanleihen.

Zur Begründung für eine mögliche Verzögerungen der angestrebten Autoehe nannte Winterkorn milliardenschwere Schadenersatzklagen in den USA und die bisher ungeklärte Frage, ob horrend hohe Steuern von bis zu zwei Milliarden Euro für den Zusammenschluss anfallen. Der Manager stellte jedoch auch klar: „Aber um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Unser gemeinsames Ziel ist und bleibt die Verschmelzung. Darauf arbeiten wir unverändert hin.“

Winterkorn betonte vor den Aktionären erneut die industrielle Logik. In der Autoindustrie werde die Konkurrenz immer härter und der Kostendruck immer größer. „Angesichts dieser Herausforderungen rücken die Porsche AG und der Volkswagen-Konzern genau zum richtigen Zeitpunkt enger zusammen.“ Es sei gut, dass der integrierte Automobilkonzern jetzt klare Konturen annehme. Die Unternehmen versprechen sich Synergien von rund 700 Millionen Euro pro Jahr.

dpa

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