Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Oster-Pakete können später ankommen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Oster-Pakete können später ankommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:51 30.03.2015
Kunden könnten vergeblich auf Ostergrüße und Päckchen warten. Verdi ruft die 140.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post zu Warnstreiks auf.
Kunden könnten vergeblich auf Ostergrüße und Päckchen warten. Verdi ruft die 140.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post zu Warnstreiks auf. Quelle: dpa
Anzeige
Bonn/Berlin

Die Gewerkschaft Verdi erhöht im Ostergeschäft den Druck auf die Deutsche Post. Verdi will ihre Mitglieder ab 1. April zu bundesweiten Warnstreiks aufrufen. Zahlreiche Kunden des Konzerns könnten daher an Ostern vergeblich auf ihre Päckchen warten. Wegen der Warnstreiks könne es „zur Verzögerung einzelner Sendungen“ kommen, sagte ein Konzernsprecher. „Man kann die Auswirkungen nie ganz verhindern.“ Wann und wo die Warnstreiks stattfinden sollen, will Verdi erst kurzfristig bekanntgeben.

Mit den Warnstreiks will die Gewerkschaft ihrer Forderung nach Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich Nachdruck verleihen. „Weitere Nebelkerzen am Verhandlungstisch brauchen wir nicht“, sagte Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Das Management der Deutschen Post hält dagegen, es habe bereits ein weiterreichendes Konzept zur wöchentlichen Arbeitszeit vorgelegt. „Es gibt daher aus den Verhandlungen heraus überhaupt keinen Grund für Warnstreiks“, erklärte Post-Personalchefin Melanie Kreis. Den nächsten Verhandlungstermin haben die Tarifpartner bereits für den 14. April in Berlin angesetzt.

Verdi fordert für die nach ihren Angaben 140.000 Tarifbeschäftigten der Post eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden – bei vollem Lohnausgleich. Das sieht die Post als „Knackpunkt“ an. „Das würde ja bedeuten, dass die Beschäftigten 2,5 Stunden weniger arbeiten würden, aber trotzdem das gleiche Gehalt verdienen. Das können wir so einfach nicht akzeptieren“, sagte der Konzernsprecher.

Die Gewerkschaft kündigte zudem eine Klage vor dem Arbeitsgericht Bonn an gegen die geplante Ausgliederung von Paketzustellern in 49 Regionalgesellschaften mit schlechteren Tarifbedingungen. Mit der Ausgliederung soll der Post zufolge vor allem Beschäftigten, die bislang befristete Verträge beim Mutterkonzern haben, ein dauerhafter Job geboten werden. Sie sollen aber nach dem Tarif der Speditions- und Logistikbranche bezahlt werden. Damit verdienen sie dann weniger als im Mutterkonzern.

Die Gewerkschaft spricht von „Vertragsbruch“ und von „einem klaren Fall von Tarif- und Mitbestimmungsflucht“. Die Post wolle mit diesem Manöver die Arbeitsbedingungen von 10.000 Beschäftigten radikal verschlechtern. Die Post stehe wirtschaftlich aber gut da. „Dass der Vorstand in dieser Situation die Axt an Lohnkosten und Arbeitsbedingungen setzt, ist für uns nicht akzeptabel“, heißt es bei Verdi.

dpa