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Deutschland / Welt Quelle-Betriebsrat erhebt Vorwürfe gegen Valovis-Bank
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Quelle-Betriebsrat erhebt Vorwürfe gegen Valovis-Bank
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13:20 16.11.2009
Die Bank habe die Situation von Quelle „schlichtweg ausgenutzt“, sagte Betriebsratschef Erwin Sindel. Quelle: ddp
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Valovis, die Quelle Kreditforderungen gegen Kunden abkaufte und das Unternehmen damit bei Kasse hielt, habe in mehrwöchigen Verhandlungen „etwa doppelt so hohe Gebühren“ für dieses sogenannte Factoring durchgesetzt, berichtete „Report Mainz“ am Montag unter Berufung auf die Insolvenzverwaltung. Betriebsratschef Erwin Sindel sagte dem Magazin, die Bank habe die Situation von Quelle „schlichtweg ausgenutzt“. Bank-Chef Robert Gogarten räumte „Report Mainz“ gegenüber ein, dass die langen Verhandlungen über die Gebühren den Niedergang von Quelle „wahrscheinlich“ beschleunigt hätten.

Sindel verglich die Lage von Quelle mit der eines Hauseigentümers in großen Schwierigkeiten: „Die Bank sagt, du kannst das Haus behalten, aber ich erhöhe deine Zinsen im zweistelligen Bereich. Dann kann man sich ungefähr ausmalen, was da passiert.“

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Der Beauftragte des Insolvenzverwalters, Hans-Gerd Jauch, kritisierte in „Report Mainz“ zudem, dass die Kündigung des Factorings ohne Vorwarnung gekommen sei. Deshalb habe Quelle „schlagartig ohne jedes Geld“ dagestanden. Bank-Chef Gogarten sagte dazu, die Bank habe sich bei der Kündigung an die bestehenden Verträge gehalten.

Laut Jauch scheiterte auch der Verkauf von Quelle an einen Investor vor allem wegen der Valovis-Bank. Sie sei nicht einmal bereit gewesen, mit einem Investor über eine Fortsetzung des Factorings und ihre finanzielle Situation zu sprechen, sagte er „Report Mainz“ gegenüber. Der Investor habe dies zur Begründung seiner Absage angeführt. Für die Bank sei dies „kein Problem“, sagte Gogarten dem Magazin. „Die Kreditvolumina sind leicht zu ersetzen.“

AFP