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Deutschland / Welt Quelle-Sanierung kostet jeden dritten Beschäftigten den Job
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Quelle-Sanierung kostet jeden dritten Beschäftigten den Job
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17:19 13.08.2009
Für einen Teil der Quelle-Belegschaft sieht die Zukunft düster aus.
Für einen Teil der Quelle-Belegschaft sieht die Zukunft düster aus. Quelle: ddp
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Von den bisher 10.500 Primondo-Beschäftigten werden bis Januar 3700 ihre Stelle verlieren, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Donnerstag in Nürnberg mit. Die IG Metall zeigte sich über das Ausmaß des Schrumpfkurses bestürzt.

Görg erklärte, nur durch eine harte Sanierung könne Quelle fortbestehen. Schon bald sollten dazu die 109 Quelle-Technik-Center geschlossen werden. Diese seien allesamt unrentabel, erklärte Görg. Die Zahl der Quelle-Shops soll von 1450 auf nur noch rund tausend reduziert werden. Auch in der Verwaltung sollen Stellen wegfallen. Eine „neue Quelle" habe realistische Möglichkeiten, mit ihren derzeit über sechs Millionen Kunden sich als „europäischer Marktführer im integrierten Homeshopping aufzustellen". Insgesamt könnten aber nur 6400 Mitarbeiter weiter beschäftigt werden.

Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane erklärte, sie sei bestürzt über das Ausmaß des geplanten Stellenabbaus. „Das ist bitter. Durch die Insolvenz wurde ein Weg des Unternehmens Primondo/Quelle beendet, der erfolgsversprechend schien", erklärte Mönig-Raane. Nun müssten den betroffenen Beschäftigten alle Möglichkeiten wie Transfergesellschaften und Qualifizierungsangebote zur Verfügung gestellt werden. Verdi forderte Hilfen der bayerischen Landesregierung, aber auch der Banken und Vermieter, um die Lage so schnell wie möglich zu stabilisieren.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) erklärte, nur mit diesen tiefen Einschnitten habe Quelle eine Zukunftschance. Der Freistaat werde „die Bemühungen zum Wohle der Beschäftigten konstruktiv begleiten". Angaben zu möglichen finanziellen Hilfen des Freistaats machte Zeil aber nicht.

Görg ist Insolvenzverwalter des gesamten Arcandor-Konzerns, zu dem neben Quelle auch die Karstadt-Warenhäuser gehören. Auch bei Karstadt seien Stellenstreichungen unumgänglich, erklärte Görg. Eine Größenordnung nannte er dabei aber nicht. Allerdings deutete er an, eine ganze Reihe von Häusern schließen zu müssen: Von den insgesamt 126 Waren- und Sporthäuser seien 19 identifiziert, bei denen er ihre Perspektive für einen weiteren Fortbestand prüfen wolle. „Unser Ziel ist es, so viele Häuser wie möglich zu erhalten. " Dies hänge aber auch vom Erfolg der Verhandlungen über Sanierungsbeiträge ab, die er sowohl von den Arbeitnehmervertretern als auch den Vermietern der Karstadt-Häuser erbeten wolle.

afp

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