Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Real wirbt um ehemalige Schlecker-Mitarbeiter
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Real wirbt um ehemalige Schlecker-Mitarbeiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 06.07.2012
Die Einzelhandelskette Real will ehemalige Schlecker-Mitarbeiter in ihre Betriebe holen. Quelle: dpa
Anzeige
Stuttgart

„An der einen oder anderen Stelle haben wir schon Schlecker-Frauen eingestellt." Real beschäftigt in Deutschland rund 45.000 Mitarbeiter an 316 Standorten. Rossmann hatte bereits Anfang Juni angekündigt, Mitarbeitern der insolventen Drogeriekette Schlecker eine neue Chance zu geben. Es sollen insbesondere in Süddeutschland Ex-Schlecker-Mitarbeiter eingestellt worden sein, genaue Zahlen konnten die Burgwedeler nicht nennen. Konzernweit beschäftigte Rossmann Ende 2011 insgesamt etwa 33.000 Menschen.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht die Vermittlung von arbeitslosen Mitarbeiterinnen der Schlecker-Kette keineswegs problemlos. „Solange ein Großteil nicht vermittelt ist, können wir überhaupt nicht zufrieden sein", sagte die Ministerin der „Welt" (Freitag). "Jetzt müssen wir ihnen Mut machen", sagte sie. „Zunächst sollten wir sie in der Einzelhandelsbranche und ihren angestammten Berufen vermitteln." Aber wenn es gewünscht sei, sollten sie auch durchaus weiter qualifiziert werden - „innerhalb des Handels, in die Versicherungswirtschaft oder, wenn es gewünscht ist, auch in andere Berufe".

Anzeige

Von den ersten gekündigten 11.200 Schlecker-Mitarbeitern haben sich nach Angaben der Ministerin in den ersten sechs Wochen 3500 wieder abgemeldet. Das bedeute, sie hätten Arbeit gefunden, sich selbstständig gemacht oder seien in Rente gegangen. Insgesamt haben bei Schlecker rund 25.000 Beschäftigte ihren Job verloren.

Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz kämpft derweil weiter darum, für Auslandsgesellschaften des Schlecker-Konzerns geeignete Käufer zu finden. Auch die Gespräche in Österreich mit möglichen Investoren laufen weiter, gestalten sich aber nach Informationen von dpa schwierig. Allerdings gebe es inzwischen einen favorisierten Bewerber, sagte ein Sprecher von Geiwitz am Freitag. Einen Namen wollte er nicht nennen.

Die rechtlich selbstständige Schlecker-Tochtergesellschaft in Österreich hat 930 Filialen und 3000 Angestellte. Nach Informationen aus Wien war Interesse von der MTH-Gruppe des Industriellen Josef Taus und vom Linzer Finanzinvestor Recap von Anton Stumpf signalisiert worden. Zu Schlecker Österreich gehört auch Schlecker Polen (163 Filialen). Angeschlossen sind außerdem Schlecker Luxemburg, Belgien und Teile von Italien.

Noch kein Ergebnis gibt es nach Auskunft der Insolvenzverwaltung bei den Verhandlungen mit Investoren über die Zukunft der rund 4000 Angestellten der insolventen Schlecker-Tochter IhrPlatz. In den Deutschland gibt es noch rund 490 IhrPlatz-Märkte.

dpa

Mehr zum Thema

Die Ära des Drogerieriesen Schlecker geht zu Ende. Heute schließen die bundesweit 2800 Filialen endgültig. Danach räumen die 13 200 Verkäuferinnen nur noch auf.

27.06.2012

Die Drogeriekette Schlecker will nach Angaben ihres Firmenchefs Anton Schlecker in diesem Jahr rund 500 kleine Filialen schließen. Stattdessen soll es künftig noch mehr große Läden geben, kündigte Anton Schlecker an.

21.01.2010

Die Drogeriekette Schlecker hat am Montagmorgen Planinsolvenz beim Amtsgericht Ulm beantragt. „Bei uns ist ein unterzeichnetes Fax eingegangen, im Laufe des Vormittags wird der Antrag im Original eingehen“, sagte ein Sprecher des Gerichtes.

23.01.2012
Deutschland / Welt Besteck- und Kochgeschirrhersteller - Finanzinvestor KKR will WMF kaufen
06.07.2012
Deutschland / Welt Mehr als 900.000 Autos verkauft - BMW bleibt trotz Krise auf Rekordkurs
06.07.2012