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Deutschland / Welt Reisebranche steht vor Rekordjahr
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Reisebranche steht vor Rekordjahr
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21:36 09.03.2011
Geführte Kameltour durch die Wüste: Auf der ITB werben die unter den Unruhen leidenden arabischen Länder um die Rückkehr der Touristen.
Geführte Kameltour durch die Wüste: Auf der ITB werben die unter den Unruhen leidenden arabischen Länder um die Rückkehr der Touristen. Quelle: dpa
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„Das Geschäft boomt wie lange nicht mehr“, hieß es übereinstimmend auf der weltgrößten Reisemesse ITB bei den großen Konzernen TUI, Rewe und Thomas Cook.

Viele Deutsche schöpfen beim Reisen wieder aus dem Vollen. Mit 861 Euro pro Kopf gaben die Bundesbürger für den Urlaub 2010 so viel aus wie nie zuvor. Und dieses Jahr erwartet die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) sogar noch höhere Ausgaben. „Die Reiseabsichten für 2011 sind so konkret wie seit Langem nicht mehr.“ Nach Ansicht der Experten werden die Bundesbürger mehr ausgeben und zusätzliche Reisen unternehmen. Denn die wirtschaftlichen Aussichten sähen viele positiv.

Drei von vier Deutschen fuhren voriges Jahr zumindest einmal für mindestens fünf Tage weg. Insgesamt zählte die FUR 70 Millionen Urlaubsreisen und weitere 86 Millionen Kurztrips von zwei bis vier Tagen. Fast jede dritte Reise führte in heimische Ferienregionen. Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen standen dabei ganz oben in der Beliebtheit, die Berge sowie Ost- und Nordsee haben ungebrochene Anziehungskraft. Jenseits der Grenzen liegt Spanien vor Italien und der Türkei. Immer beliebter wird Polen, das Nachbarland lockte mehr deutsche Urlauber an als das kriselnde Griechenland.

Zum Reisen steigen die Bundesbürger immer häufiger ins Flugzeug. Fast 37 Prozent der Urlaubsreisen werden inzwischen mit dem Flieger unternommen, nur noch 8 Prozent mit dem Bus und weniger als 5 Prozent mit der Bahn. Der große Rest steigt ins Auto. Bei der Unterkunft ist bei der Hälfte der Reisen das Hotel erste Wahl, bei einem Viertel die Ferienwohnung und ansonsten Privatzimmer oder das Campingzelt.

Bei den Buchungen verlieren Reisebüros weiter an Boden, und das Internet und die Direktvermarktung legen stark zu. Nur noch 36 Prozent der Reisen werden bei der stationären Agentur gebucht, aber 14 Prozent online und 39 Prozent direkt beim Hotel oder dem Fluganbieter. Direkt bei Reiseveranstaltern kaufen nur 6 Prozent.

Bei der Urlaubsplanung hat sich das Internet laut FUR bereits als zentrale Informationsplattform etabliert. Mehr als die Hälfte der Reisenden nutzt das Web zur Recherche. Im Schnitt verbrachten die Surfer pro Reisevorbereitung neun Stunden im Netz und nutzten dabei 13 verschiedene Angebote. Jeder vierte surfte sogar bis zu 25 Stunden auf 50 Seiten.

dpa