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Deutschland / Welt Ringen um Opel zieht sich seit einem Jahr hin
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Ringen um Opel zieht sich seit einem Jahr hin
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14:50 04.11.2009
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Die Verhandlungen mit möglichen Käufern zogen sich mehr als ein halbes Jahr hin - bis der Verwaltungsrat der Mutter General Motors (GM) nun die Reißleine zog. Opel soll im Konzern bleiben.

14. November 2008: Opel bittet den Bund und die vier Bundesländer mit Opel-Standort um staatliche Bürgschaften. Im Gespräch sind eine Milliarde Euro.

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18. Februar 2009: GM zeigt sich gegenüber einem Einstieg fremder Geldgeber zur Rettung von Opel offen.

26. Februar: Tausende Opel-Beschäftigte demonstrieren in Rüsselsheim für eine Trennung vom ungeliebten Mutterkonzern GM.

30. März: Der langjährige GM-Chef Rick Wagoner tritt auf Druck der US-Regierung zurück. Nachfolger wird Finanzvorstand Fritz Henderson.

31. März: In einer Rede vor Opel-Mitarbeitern in Rüsselsheim sichert Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Unternehmen staatliche Unterstützung zu. Einen Einstieg des Staates lehnt sie ab.

23. April: Der italienische Autobauer Fiat zeigt Interesse an Opel. Der Betriebsrat kündigt Widerstand an.

28. April: Der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna legt der Bundesregierung ein Konzept für die Opel-Übernahme vor.

12. Mai: Auch der belgische Finanzinvestor RHJ International wirft seinen Hut in den Ring.

20. Mai: Alle drei Interessenten legen der Bundesregierung ihre Übernahmekonzepte vor.

28. Mai: In einer ersten Marathonsitzung können sich Bundesregierung und GM nicht auf einen Käufer für Opel einigen. RHJI ist vorerst aus dem Rennen.

29. Mai: Fiat sagt seine Teilnahme an einem zweiten Krisentreffen ab.

30. Mai: In einer zweiten Nachtsitzung wird der Einstieg von Magna und dessen Partner, der russischen Sberbank, bei Opel beschlossen. Opel soll von Bund und Ländern einen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro bekommen.

1. Juni: GM geht in die Insolvenz. Opel ist nicht betroffen.

2. Juni: Opel erhält einen Vorschuss von 300 Millionen Euro Staatshilfe.

10. Juli: GM beendet nach nur 40 Tagen die Insolvenz. Mehrheitseigner mit 61 Prozent der Anteile ist der amerikanische Staat.

15. Juli: RHJI stellt ein verbessertes Übernahmeangebot vor.

25. August: GM erwägt Medienberichten zufolge, Opel zu behalten.

10. September: Der GM-Verwaltungsrat empfiehlt den Verkauf von Opel an Magna.

16. Oktober: EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes äußert ernste Bedenken wegen der deutschen Hilfen für Opel. GM müsse den beschlossenen Verkauf an Magna noch einmal überdenken.

23. Oktober: Im GM-Verwaltungsrat mehren sich Medienberichten zufolge die Stimmen gegen einen Verkauf von Opel.

3. November: Der Opel-Betriebsrat einigt sich mit Magna auf den Beitrag der Belegschaft zu Kostensenkungen. Wenige Stunden später spricht sich der GM-Verwaltungsrat gegen den Opel-Verkauf aus.

afp