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Deutschland / Welt Billiger surfen am Strand
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18:58 03.04.2014
Foto: Soll jetzt nicht mehr so viel kosten: Telefonieren im Ausland.
Soll jetzt nicht mehr so viel kosten: Telefonieren im Ausland. Quelle: dpa
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Brüssel

Die EU-Kommission wollte die Gebühren erst zum 1. Juli 2016 abschaffen. Bis zu einer endgültigen Entscheidung dürften aber noch Monate vergehen: Die Pläne benötigen auch die Zustimmung der EU-Staaten.

Einen Freifahrtschein für gänzlich sorgloses Surfen und Telefonieren im europäischen Ausland wollen die Parlamentarier allerdings nicht erteilen. Bei einer „zweckwidrigen oder missbräuchlichen Nutzung“ sollen auch weiterhin Roaming-Gebühren erlaubt sein.
Der europäische Verbraucherverband Beuc begrüßte die Forderungen. „Dabei gewinnt jeder. Derzeit nutzen 47 Prozent der Reisenden niemals mobiles Internet, weil die Datenkosten so obskur sind“, kommentierte die Organisation. Würden Roaming-Gebühren verboten, rechnen die Verbraucherschützer mit einer rasanten Zunahme bei der mobilen Internetnutzung im Urlaub. Die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes erklärte: „Mit dieser Abstimmung bewirkt die EU etwas für die Bürger.“

Das sieht der Verband Bitkom ganz anders. „Eine Abschaffung der Roaming-Gebühren würde die Verbraucher an anderer Stelle zusätzlich belasten“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Die Preise für Inlandstelefonate und mobile Internetnutzung würden zwangsläufig steigen.“ Während vielreisende Geschäftsleute profitierten, würden einkommensschwache Bevölkerungsgruppen im Inland leiden. Zudem entgingen den Netzbetreibern dringend benötigte Einnahmen für den Breitbandausbau.

Die EU drückt die Roaming-Kosten bereits seit Jahren Stück für Stück nach unten. Am 1. Juli 2014 sinken die Gebühren weiter – das ist längst beschlossen. Dann dürfen abgehende Telefonate nicht mehr als 19 Cent pro Minute kosten (derzeit 24 Cent), eingehende Telefonate nicht mehr als 5 Cent (derzeit 7 Cent). Beim SMS-Versand werden künftig 6 Cent fällig (bisher 8 Cent). Der Datendownload wird pro Megabite 20 Cent kosten (bisher 45 Cent). Hinzu kommt jeweils noch die Mehrwertsteuer.
Die Telefongesellschaften hatten in den vergangenen Jahren die Roaming-Gebühren für Datendienste unter anderem durch befristete Flatrates bereits deutlich gesenkt. Die EU-Kommission sieht die Abschaffung der Roaming-Extrakosten als wichtige Voraussetzung für einen einheitlichen europäischen Markt bei der Telekommunikation. Die Unternehmen verweisen auf wegfallende Einnahmen, die sie für Investitionen ins Netz bräuchten. Daher fordern sie unter anderem mehr Freiraum für Fusionen.

Günstiger per Karte zahlen

In Europa sollen die Gebühren für den Einsatz von Kredit- und EC-Karten sinken, um Händler und letztlich auch Verbraucher zu entlasten. Das Europaparlament stimmte am Donnerstag auch für eine entsprechende Deckelung der Verarbeitungsgebühren bei der Kartenzahlung. Dies würde vor allem Anbieter wie Visa oder Mastercard treffen. Die Pläne werden nur Gesetz, wenn das Parlament mit den EU-Staaten einen Kompromiss findet. Die Gespräche sollen im Sommer nach den Europawahlen starten.
Dabei geht es um die Verarbeitungsgebühren, die Banken untereinander festlegen und von den Einzelhändlern verlangen, wenn Kunden beim Einkauf mit Karte zahlen.

Laut EU-Kommission summiert sich das sogenannte Interbankenentgelt auf 10 Milliarden Euro pro Jahr. Die Händler schlagen die Summen zumeist auf die Preise auf. Künftig sollen diese Gebühren bei Kreditkarten noch maximal 0,3 Prozent des Kaufpreises betragen dürfen; bei EC-Karten 0,2 Prozent oder 7 Cent – je nachdem, welcher Betrag niedriger ist. Die Obergrenzen würden sowohl für grenzüberschreitende als auch für nationale Zahlungen gelten, hieß es weiter.

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