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Deutschland / Welt Schaeffler-Anwalt Koerfer räumt Stuhl im Conti-Aufsichtrat
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Schaeffler-Anwalt Koerfer räumt Stuhl im Conti-Aufsichtrat
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07:50 07.10.2010
Reizfigur: Aufsichtsrat Rolf Koerfer. Quelle: dpa
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Rolf Koerfer verlässt den Aufsichtsrat von Continental. Über Zeitpunkt und Nachfolgeregelung werde man zunächst mit Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle sprechen, teilten Maria-Elisabeth und Georg Schaeffler mit. „Mit dieser Entscheidung möchte ich einen Beitrag dazu leisten, dass die Diskussion innerhalb des Aufsichtsrats sich wieder auf Sachfragen statt auf interne Personalfragen fokussieren kann“, so Koerfer.

Der Jurist war von Schaeffler nach dem Einstieg bei Conti zunächst an der Spitze des Aufsichtsrats installiert worden. Nach einem unrühmlichen Versuch, den damaligen Conti-Chef Karl-Thomas Neumann per Handstreich abzusetzen, hatte es sich Koerfer mit nahezu allen Aufsichtsratsmitgliedern verdorben, die nicht zu Schaeffler gehören. Anschließend rückte er eine Reihe zurück, Reitzle wurde als neuer Aufsichtsratschef gewonnen. Koerfer blieb jedoch Präsidiumsmitglied.

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Auf den Anwalt, der vor wenigen Monaten auch die Sozietät wechselte, hatten sich allerdings auch die freien Aktionäre eingeschossen. Er war für sie zum Symbol eines rücksichtslosen Durchsetzens von Schaeffler-Interessen geworden. Zudem sahen Aktionärsvertreter und Fondsmanager in dem Berater der Familie kein unabhängiges, sondern ein fünftes Schaeffler-Mitglied in dem Gremium. Die Investorenvereinbarung beider Unternehmen sieht jedoch nur vier Posten für Schaeffler vor.

In Aufsichtsratskreisen wird der Rückzug als weiterer Schritt zur Normalisierung im Verhältnis beider Unternehmen gesehen. Man rechne nun damit, dass der Sohn des Gründers, Georg Schaeffler, in das Präsidium des Gremiums nachrücke. Schaeffler junior hatte bereits bei der Umfirmierung des Familienunternehmens in eine Kapitalgesellschaft den Aufsichtsratsvorsitz übernommen. Schaeffler dankte Koerfer gestern dafür, dass er „unbeirrt und an der Sache orientiert stets konstruktive Lösungen gesucht hat“.

Lars Ruzic