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Deutschland / Welt Schaeffler Gruppe schließt Zukunftspakt mit IG Metall
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Schaeffler Gruppe schließt Zukunftspakt mit IG Metall
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12:19 27.02.2009
Auch die Angestellten des Zulieferers hoffen auf Rettung. Quelle: Timm Schamberger /ddp
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Kern der gemeinschaftlichen Vereinbarung sei es, Arbeitsplätze zu sichern und eine Zerschlagung der Unternehmensgruppe zu verhindern, sagte Schaeffler am Montag in Frankfurt am Main. Der Familienkonzern brauche zum Überleben fünf bis sechs Milliarden Euro. Schaeffler sagte, sie selbst und ihr Sohn Georg seien deshalb in ihrer Funktion als Gesellschafter des Unternehmens bereit, sich „von einem wesentlichen Teil ihrer Beteiligungen an der Schaeffler-Gruppe zu trennen“. Dadurch sollen Schulden abgebaut und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens gesichert werden.

Zu seiner Rettung wolle der Konzern es seiner Belegschaft auch ermöglichen, sich direkt mit Kapital zu beteiligen, sagte Schaeffler. Vorgesehen sei in diesem Zusammenhang, die Mitbestimmungsrechte der Belegschaft deutlich auszuweiten. Gewerkschaft und Unternehmen stimmten auch darin überein, dass ein Teil der benötigten Mittel vom Bund und den Ländern kommen solle. Dabei solle es sich jedoch nur um ein „die aktuelle Krise überbrückendes Engagement“ handeln.

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Diese Unterstützung seitens der öffentlichen Hand könne in Form einer Kapitalbeteiligung an der Unternehmensgruppe erfolgen oder in Form von Krediten und Bürgschaften. Die Krise des Unternehmens gefährde insgesamt 220.000 Arbeitsplätze, 80.000 davon in Deutschland. Georg Schaeffler sagte, die Lage der Schaeffler Gruppe sei „sehr ernst“.

Die Schaffler Gruppe war durch ihren Einstieg beim Konkurrenten Continental im vergangenen Jahr in massive finanzielle Schwierigkeiten geraten. Der fränkische Familienkonzern hatte im Zuge seines Übernahmeangebots ursprünglich nur knapp 50 Prozent der Conti-Aktien kaufen wollen, von den Anteilseignern jedoch knapp über 90 Prozent der Aktien angedient bekommen. Der Einstieg bei dem Konkurrenten wurde deshalb deutlich teurer als eigentlich geplant. Zudem verloren die Aktien angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise in den vergangenen Monaten massiv an Wert. Dadurch wurden sie von den Banken der Unternehmensgruppe auch nur noch eingeschränkt als Garantien für Kredite akzeptiert.

Maria-Elisabeth Schaeffler sagte, das Unternehmen wolle möglichen Geldgebern in Kürze ein Sanierungskonzept vorstellen. „Wir arbeiten mit Vehemenz daran.“ In den vergangenen Tagen habe sie viel Unterstützung in ihrem Kampf um die Zukunft des Unternehmens seitens der Belegschaft erfahren. Dies habe sie als „großes Geschenk“ empfunden.

IG-Metall-Chef Berthold Huber sicherte dem Familienkonzern den Rückhalt der Arbeitnehmerseite zu. Die Gewerkschaft unterstütze „die Familie Schaeffler als Gesellschafter ausdrücklich in ihrem Bemühen, die Unternehmensgruppe aus der Krise zu führen.“ Zusammen mit der Unternehmensführung solle alles getan werden, damit es im Zuge der nötigen Umstrukturierung der Gruppe nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen. Die Tarifverträge müssten jedoch weiter gelten. Bei der Sicherung der Zukunft der Schaeffler-Gruppe müssten auch die Banken ihren Beitrag leisten, die für die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise mitverantwortlich sein. Die Finanzwirtschaft müsse dem Unternehmen die nötigen Kredite gewähren.

afp