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Deutschland / Welt Scheich wird größter Aktionär der Deutschen Bank
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Scheich wird größter Aktionär der Deutschen Bank
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00:21 21.05.2014
Von Stefan Winter
Die Deutsche-Bank-Führung fürchtet ohne zusätzliches Geld um ihre Position im Investmentbanking.
Die Deutsche-Bank-Führung fürchtet ohne zusätzliches Geld um ihre Position im Investmentbanking. Quelle: dpa
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Frankfurt

Die Deutsche Bank startet ihre Kapitalerhöhung früher als erwartet. Am Sonntagabend kündigte Deutschlands größtes Geldhaus an, dass mit neuen Aktien insgesamt rund 8 Milliarden Euro eingesammelt werden sollen. Ein Teil des Pakets geht direkt an die Herrscherfamilie des Emirats Katar, die einem Anteil von rund 6 Prozent kauft und „beabsichtigt, ein Ankerinvestor in der Deutschen Bank zu bleiben“, wie der Konzern nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte.

Schon bei der Präsentation der Quartalszahlen Ende April hatte Ko-Chef Anshu Jain eine Kapitalerhöhung ausdrücklich nicht ausgeschlossen. „Kapital hat absolut Vorrang“, sagte Jain. Die Deutsche-Bank-Führung fürchtet ohne zusätzliches Geld um ihre Position im Investmentbanking. Dort droht sie wegen ihres knappen Kapitals den Anschluss an US-Konkurrenten wie JPMorgan und Goldman Sachs zu verlieren, die besser mit Eigenkapital ausgestattet sind. Mit dem jetzt angekündigten Schritt soll die harte Kernkapitalquote auf knapp 12 Prozent steigen. Derzeit kommt das Institut auf 9,5 Prozent. Bisher galten 10  Prozent bis zum März 2015 als Ziel, das aus eigener Kraft erreicht werden sollte.

Das frische Kapital versetze die Bank „in die Lage, einem herausfordernden Umfeld zu begegnen“, hieß es am Sonntag. Aufgezählt wurden dabei höhere regulatorische Anforderungen, steigende Kosten für rechtliche Überwachung (Compliance) und Gerichtsverfahren sowie „Gegenwind durch das gesamtwirtschaftliche Umfeld“. Außerdem mache die bessere Kapitalausstattung Wachstum im Kerngeschäft möglich.

Die Emission besteht aus zwei Teilen. Dabei kommen 1,75 Milliarden Euro unter Ausschluss des Bezugsrechts vom Emirat Katar, das sich über seine Investmentgesellschaft Paramount Services Holdings beteiligt. Die Aktien seien zum Stückpreis von 29,20 Euro bereits platziert worden. Die Deutsche-Bank-Aktie hatte am Freitag bei 30,74 geschlossen.Über eine andere Gesellschaft halten die Kataris auch 17 Prozent der VW-Stammaktien und sind damit dort drittgrößter Aktionär.

Weitere 6,3 Milliarden Euro sollen von Altaktionären der Bank mit Bezugsrecht kommen. Der Wertpapierprospekt wird voraussichtlich am 5. Juni veröffentlicht, die Bezugsfrist soll bis 24. Juni laufen. Es wird die zweitgrößte Kapitalerhöhung in der Geschichte der Deutschen Bank sein. 2010 hatte sie 10  Milliarden Euro vor allem für die Übernahme der Postbank eingesammelt.

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