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Deutschland / Welt Schutz vor Einbrechern: Hausbesitzer rüsten auf
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Schutz vor Einbrechern: Hausbesitzer rüsten auf
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18:10 16.01.2017
Diebe haben es eilig. Wenn es schwierig ist, Türen oder Fenster aufzubrechen, geben sie oft auf.
Diebe haben es eilig. Wenn es schwierig ist, Türen oder Fenster aufzubrechen, geben sie oft auf. Quelle: Matthias Balk
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München

Das Angebot geht mittlerweile weit über Alarmanlage und Bewegungsmelder hinaus: Vom einbruchhemmenden Fensterglas bis zum Fingerabdrucksensor für die Haustür ist alles zu haben. Der alte Spruch „My home is my castle“ („Mein Haus ist meine Burg“) ist oftmals wörtlich zu nehmen.

Bei der Messe „Bau 2017“ in München ist der Einbruchschutz in dieser Woche ein großes Thema. Knapp 168 000 Einbrüche registrierte die Polizei bundesweit im Jahr 2015, wobei die Fallzahlen je nach Bundesland weit auseinander liegen.

Vergleichsweise sicher können sich etwa die Einwohner Bayerns, Thüringens und Mecklenburg-Vorpommerns fühlen, wo auf 100 000 Einwohner jeweils weniger als 100 Einbrüche gezählt werden. In Bremen dagegen ist laut polizeilicher Kriminalstatistik die Gefahr, Opfer eines Einbrechers zu werden, mehr als zehnmal so hoch wie in Thüringen. Zwar waren Anfang der Neunzigerjahre die Fallzahlen höher als heute - dennoch sind viele Bürger verunsichert.

Kameras am Eingang

Ein Trend ist die Videoüberwachung. „Die Leute wollen die Leute an der Haustür nicht nur sprechen, sondern auch sehen“, sagt Clemens Jesenitschnig, Sprecher des auf Gebäudekommunikation spezialisierten Furtwanger Unternehmens Siedle. Moderne Videokameras speichern die Filmaufnahmen - so können die Bewohner nachträglich schauen, wer vor ihrer Haustür stand. Manche Hauseigentümer montieren Fingerscanner an der Haustür.

Steuerung via Smartphone

Der Einbruchschutz ist oft mit „Smart home“-Produkten vernetzt. Wer gerne mit dem Handy Heizung und Wohnzimmerlampen an- oder ausschaltet, entscheidet sich häufig auch für eine ferngesteuerte Türkontrolle und Videoüberwachung. Eigenheimbesitzer haben damit ähnliche Kontrollmöglichkeiten wie die Sicherheitsexperten in einem Bürohochhaus. „Wir spüren einen starken Trend, dass sich das stark von dem gewerblichen in den privaten Bereich hineinbewegt“, sagt Gabi Bauer, Marketingchefin bei dem auf Türen und Schlösser spezialisierten Gebäudetechnikhersteller Geze aus Leonberg bei Stuttgart. Polizei und Versicherungen allerdings legen weniger Wert auf Hightech als auf schlichte mechanische Sicherung - etwa einbruchhemmendes Fensterglas, Türbeschläge oder zusätzliche Schlösser für die Fenster. Die Erfahrung der Polizei lehrt, dass es Einbrecher eilig haben. Gelingt es ihnen nicht, innerhalb kurzer Zeit in ein Haus oder eine Wohnung einzudringen, ziehen viele wieder ab.

Bevorzugte Einbruchmethode ist nach wie vor das Aufhebeln von Fenster oder Tür - dies lässt sich durch ein gutes Schloss oft verhindern. Die öffentliche Kfw-Bank fördert die Anschaffung von Anti-Einbruchs-Technik - abhängig von der Investitionssumme - mit bis zu 1500 Euro Zuschuss.

Marina Kormbaki 16.01.2017