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Deutschland / Welt Schwacher Konsum bremst den Aufschwung
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Schwacher Konsum bremst den Aufschwung
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20:40 24.02.2010
Einkaufsstraße in Hannover: In den Konsum fließt weniger Geld. Quelle: Frank Wilde
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Nürnberg/Wiesbaden (dpa). Im Sog der steigenden Arbeitslosigkeit trübt sich das Konsumklima in Deutschland immer stärker ein. Für März hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) einen Konsumklimawert von 3,2 Punkten errechnet, das sind 0,1 Punkte weniger als im Februar. Damit sinkt der Indikator bereits zum fünften Mal in Folge.

„Dies verdeutlicht, dass dem privaten Verbrauch ein schwieriges Jahr bevorsteht“, teilte die GfK am Mittwoch in Nürnberg mit. Dies würde sich auch negativ auf die deutsche Wirtschaftsleistung insgesamt auswirken. Schon zum Jahresende 2009 bremste der schwache Konsum den Aufschwung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte im vierten Quartal trotz positiver Impulse durch den Export auf dem Niveau des Vorquartals, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit und bestätigte damit vorläufige Zahlen. Gleichzeitig berichteten die Statistiker, dass der Staatshaushalt 2009 noch tiefer in die roten Zahlen rutschte als bisher angenommen. Die Neuverschuldung kletterte auf 3,3 Prozent des BIP. Die Erholung der deutschen Wirtschaft von der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg geriet damit ins Stocken. Für das Gesamtjahr bestätigten die Statistiker einen Einbruch der Wirtschaftsleistung um 5,0 Prozent.

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Angesichts steigender Arbeitslosenzahlen sprach GfK-Vorstandschef Klaus Wübbenhorst von einer relativ stabilen Verbraucherstimmung. „Man kann für das Konsumklima keine Entwarnung geben, muss aber auch kein Katastrophenszenario malen“, sagte er. Entscheidend sei es, den Anstieg der Arbeitslosigkeit so gering wie möglich zu halten. Denn die Hauptursache für die gedämpfte Verbraucherstimmung ist nach Erkenntnissen der Konsumforscher die Angst vor Jobverlust. Die Verbraucher erwarteten, dass die Situation auf dem Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten schwieriger werde, berichtete die GfK.

Diese Stimmungslage überlagere die positive Wirkung von Maßnahmen der Bundesregierung, wie etwa die Erhöhung des Kindergelds oder die steuerliche Absetzbarkeit der Krankenkassenbeiträge. Wübbenhorst sagte, als Konsequenz aus der Hartz-IV-Debatte sollten die Bürger weiter von Steuern und Abgaben entlastet werden. Die Politik müsse Anreize zum Arbeiten schaffen.

Immerhin wird die deutsche Wirtschaft 2010 wohl wieder wachsen. Konjunkturexperten erwarten im laufenden Quartal ein Plus von rund 0,5 Prozent. Für das Gesamtjahr prognostizieren sei ein Plus von rund 2 Prozent. Im Schlussquartal 2009 sorgte allein der Außenhandel für Wachstumsimpulse. Dies wurde allerdings komplett durch die negative Entwicklung im Inland ausgeglichen.

dpa