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Deutschland / Welt Sennheiser passt sich seinen Kunden an
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Sennheiser passt sich seinen Kunden an
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23:46 13.12.2010
Andreas Sennheiser ist seit März für den von seinem Großvater Fritz Sennheiser gegründeten Kopfhörer- und Mikrofonhersteller Sennheiser in der Wedemark tätig. Im neuen sechsköpfigen Führungsgremium trägt er als Leiter der „Supply Chain Division“ die Verantwortung für Materialbeschaffung und Lieferkette. Quelle: Rainer Surrey
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Künftig richtet sich Sennheiser jeweils mit gesonderten Geschäftsbereichen auf professionelle Anwender („Professional Systems“), das Massengeschäft („Consumer Electronics“) und Abnehmer festeingebauter Tonübertragungssysteme („Installed Sound“) aus. „Früher konnte man alle Kunden mit einheitlichen Prozessen bedienen“, erläuterte Volker Bartels, Sprecher der Unternehmensleitung. „Nun haben sich die Kunden aber in ihren Bedürfnissen auseinander entwickelt, etwa bei den Produktlebenszyklen, deshalb müssen wir uns den Kunden anpassen.“ Der frühere Sennheiser-Werksleiter in Irland, Peter Callan, leitet künftig das Massengeschäft von Singapur aus. Der bisherige Forschungschef Heinrich Esser verantwortet den Bereich „Professional Systems“ und vorübergehend auch „Installed Sound“.

Allerdings wird das Unternehmen nicht komplett geteilt. Vier übergreifende Bereiche sollen den Betrieb zusammenhalten. „Ein Auseinanderdriften der drei Blöcke wollen wir durch eine starke Konzernorganisation verhindern, die beispielsweise das einheitliche Erscheinungsbild der Marke sicherstellt“, sagte Bartels.

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  • Der konzernweite Vertrieb wird weiter von Paul Whiting verantwortet.
  • Bartels selbst gibt die Verantwortung für Produktion und Logistik ab und ist künftig für firmeninterne Dienstleistungen zuständig, darunter Personal und IT.
  • Inhabersohn Daniel Sennheiser leitet den neu geschaffenen Bereich Strategie und Finanzen.
  • Sein Bruder Andreas Sennheiser leitet die Zulieferkette – inklusive Produktion und Logistik.

„Damit legen wir die Basis für unser künftiges Wachstum“, sagte Bartels. Von Zeit zu Zeit müsse man das innere Gerüst einer Firma neu aufbauen, um nach außen stärker wachsen zu können. Aus der Unternehmensleitung werden der bisherige Finanzchef Stefan Junker und Marketingchefin Susanne Seidel ausscheiden. Beide gingen auf eigenen Wunsch, hieß es offiziell. Die Trennung „erfolgt im besten und freundschaftlichen Einvernehmen“, hieß es in einer Mitteilung.

Seit Anfang dieses Jahres arbeitet ein 20-köpfiges Team an der neuen Unternehmensstruktur bei Sennheiser. Im kommenden Jahr soll die neue Struktur erst nach und nach umgesetzt werden, um „Hakeleien“ und Anlaufschwierigkeiten zu verhindern. Erst 2012 soll dieser Prozess abgeschlossen sein. Neueinstellungen in größerem Umfang soll es nicht geben, es gebe aber wegen der neuen Struktur auch keinen Personalabbau, sagte Bartels.

Das Geschäft in diesem Jahr läuft nach Bartels Worten „prächtig“. Die Werke seien nahezu durchgängig voll ausgelastet gewesen. Bereits im Januar wurde die Kurzarbeit in allen Bereichen aufgehoben.

Helmuth Klausing