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Deutschland / Welt Sonderschichten gegen Ebola
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07:48 23.10.2014
Foto: Ausverkauft: Der Ansturm auf die gelben Schutzanzüge war so groß, dass der deutsche Hersteller Dach derzeit keinen Nachschub liefern kann.
Ausverkauft: Der Ansturm auf die gelben Schutzanzüge war so groß, dass der deutsche Hersteller Dach derzeit keinen Nachschub liefern kann. Quelle: dpa
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Bangalore/Bietigheim

Der US-Arzneimittelhersteller Johnson & Johnson (J&J) kündigte am Mittwoch an, im nächsten Jahr eine Million Impfdosen zur Verfügung zu stellen. 250 000 seien bereits bis Mai geplant. Der Impfstoff ist allerdings noch nicht ausgereift: Ab Januar soll er an gesunden Freiwilligen in Europa, den USA und in Afrika getestet werden. Bei der Entwicklung und der Produktion sei auch eine Zusammenarbeit mit dem britischen Konkurrenten GlaxoSmithKline denkbar. Der kanadische Pharmakonzern Tekmira hat bereits mit der limitierten Produktion eines Wirkstoffs begonnen. Anfang Dezember soll er verfügbar sein, wie das Unternehmen erklärte. Die neue Arznei zielt auf den „Guinea-Strang“ des Virus. Dieser ist für den aktuellen Ausbruch in Liberia, Sierra Leone und Guinea verantwortlich.

An der tödlichen Viruserkrankung sind seit März vor allem in Westafrika bereits mehr als 4500 Menschen gestorben. Noch ist die Seuche nicht unter Kontrolle. Wirksame Impfstoffe oder Medikamente gibt es bislang nicht. Das hat auch wirtschaftliche Gründe: Die Entwicklung neuer Arzneien oder Impfstoffe verschlingt hohe Millionensummen. Demgegenüber sind Ausbrüche der Krankheit äußerst selten – zudem waren bisher stets nur sehr arme Länder in Afrika betroffen. Das Ausmaß dieser Ebola-Epidemie ist aber viel gravierender als alle bisherigen Ausbrüche. Entsprechend hoch ist daher die Nachfrage nach einem wirksamen Mittel zur Bekämpfung der Seuche.

Kunststoffanzüge sind ausverkauft

J&J kündigte nun an, mit Investitionen von 200 Millionen Dollar die Entwicklung eines Impfstoffs zu beschleunigen. Auch das dänische Biotechnologie-Unternehmen Bavarian Nordic ist beteiligt und könnte nun im Rahmen einer Lizenzvereinbarung mehr als 187 Millionen Dollar erhalten. Andere Unternehmen arbeiten ebenfalls an Impfstoffen gegen die Seuche. Vakzine des britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline sowie der kanadischen Pharmafirma NewLink Genetics stecken bereits in der klinischen Erprobung. Um die Entwicklung voranzutreiben, schließen Impfstoffhersteller auch eine Zusammenarbeit nicht aus.

Eines der derzeit wichtigsten Medizinprodukte ist schon lange auf dem Markt. Der Schutzkleidungshersteller Dach in Bietigheim bei Karlsruhe fertigt die gelben Kunststoffanzüge gegen Infektionen mit gefährlichen Viren. Derzeit sind sie jedoch ausverkauft. Wegen Ebola hat das Unternehmen bereits so viele Spezialanzüge verkauft wie sonst in einem ganzen Jahr nicht. „Die waren schnell weg“, sagt Geschäftsführerin Ming Gutsche. Allein die Bundeswehr habe sich auf einem Schlag Tausende Exemplare gesichert.

Von Antonia Lange und Tanvi Mehta

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