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Deutschland / Welt Spaltet Osram die Lampensparte ab?
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19:03 28.04.2015
Osram kämpft gegen die günstigere Konkurrenz aus Fernost. Quelle: Armin Weigel
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München

Der Aufsichtsrat des Lichtkonzerns Osram hat noch keine endgültige Entscheidung über die geplante Ausgliederung des Lampengeschäfts getroffen. Bei seiner gestrigen Sitzung beauftragten die Aufseher den Vorstand zunächst, die Auswirkungen auf die Arbeitnehmer zu prüfen, wie das Unternehmen in München mitteilte.

Dem Vernehmen nach hatten Arbeitnehmervertreter in dem Kontrollgremium zahlreiche Fragen dazu gestellt. Osram hatte angekündigt, dass das Geschäft mit Lampen - darunter Halogen-, Energiespar- und LED-Lampen - ausgegliedert werden soll. Die Sparten mit zusammen rund 12 000 Beschäftigten stehen mit Erlösen von rund 2 Milliarden Euro für knapp 40 Prozent der Umsätze des Konzerns.

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Eine Entscheidung könnte in etwa vier bis sechs Wochen auf einer außerordentlichen Sitzung des Kontrollgremiums fallen. Ein genauer Termin dafür wurde aber zunächst nicht bekannt. Dass die Pläne dabei noch gekippt werden könnten, gilt aber als unwahrscheinlich.

Osram bekommt seit Jahren den rasanten Wandel auf dem Lichtmarkt zu spüren - und die günstigere Konkurrenz vor allem aus Asien, die gerade auf dem Massenmarkt für LED-Lampen billiger produzieren kann. Seit der Trennung von der früheren Konzernmutter Siemens 2013 fährt das Unternehmen einen strikten Sparkurs, baute Tausende Stellen ab und verkaufte etliche Fabriken weltweit.

Auf die neuen Pläne hatte die IG Metall empört reagiert. Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der Gewerkschaft in Berlin, hatte Osram-Chef Olaf Berlien vorgeworfen, er wolle die Pläne im Aufsichtsrat „durchpeitschen, ohne bisher die Fragen nach der Zukunftssicherung des Unternehmens und der Arbeitsplätze beantwortet zu haben“. Offen ist auch weiter, ob das Geschäft nach der Ausgliederung verkauft oder etwa an die Börse gebracht werden soll. Bei Osram bliebe nach der Abspaltung das Geschäft mit LED-Halbleitern und Spezialbeleuchtung. Dazu gehört vor allem Lichttechnik für die Autoindustrie. Auch der Konkurrent Philips hat bereits tiefgreifende Maßnahmen ergriffen, das gesamte Lichtgeschäft abgespalten und im März einen Teil der Sparte verkauft.

Der Lichtkonzern Osram konzentriert sich bisher auf fünf Geschäftsfelder: Neben traditionellen Leuchtmitteln wie Halogenlampen und Leuchtstoffröhren bietet das Unternehmen LED-Lampen, Spezialbeleuchtungen vor allem für Autos, LED-Halbleiter sowie Beleuchtungslösungen etwa für Museen.

Die frühere Siemens-Tochter war Mitte 2013 an der Börse gestartet. Zuletzt kam das Unternehmen mit weltweit rund 34 000 Beschäftigten auf einen Umsatz von gut 5,1 Milliarden Euro.

Im Jahr 1919 hatte der von der Auer-Gesellschaft mit AEG und Siemens & Halske gegründete Leuchtenhersteller seine Arbeit aufgenommen und das Geschäft mit der Glühbirne geprägt. Der Name Osram, der sich aus den Materialien für Glühdrähte, Osmium und Wolfram, zusammensetzt, wurde zur Weltmarke.

Von Christine Schultze/dpa

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