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Deutschland / Welt Sparkassen streben Beteiligung an Nachfolge der WestLB an
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Sparkassen streben Beteiligung an Nachfolge der WestLB an
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10:14 15.02.2011
Sparkassen beteiligen sich an Kosten zum Umbau der WestLB.
Sparkassen beteiligen sich an Kosten zum Umbau der WestLB. Quelle: dpa
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Zur Rettung der schwer angeschlagenen WestLB steht der erste Eckpfeiler. Die deutschen Sparkassen und Landesbanken streben eine Beteiligung an dem geplanten WestLB-Nachfolgeinstitut an. Eine entsprechende Absichtserklärung der Sparkassenorganisation stehe, sagte ein Verbandsvertreter am späten Montagabend und bestätigte damit Informationen der „Financial Times Deutschland“. Der Beitrag der Sparkassen mache eine Einigung auf ein WestLB-Gesamtpaket bei der großen Krisenrunde am Dienstag in Berlin wahrscheinlicher. Dann gehe es um die Beiträge des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes. Brüssel muss bis Dienstag 24.00 Uhr ein WestLB-Sanierungsplan vorgelegt werden.

Die WestLB soll nach den Plänen der NRW-Sparkassen auf ein Viertel verkleinert werden. Übrig bliebe eine reine Sparkassen-Zentralbank mit Mittelstandsgeschäft. Der Bedarf an Eigenkapital des neuen Institutes wird auf etwa 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Die Hälfte dessen wollen die NRW-Sparkassen aufbringen und dementsprechend 50 Prozent der Anteile übernehmen. Die andere Hälfte entfiele auf Sparkassenverbände und Landesbanken außerhalb Nordrhein-Westfalens. Ziel sei, das neue Institut mit einer anderen Landesbank zusammenzuführen. Als potenzielle Partner wurden die Landesbank Hessen-Thüringen und die Landesbank Baden-Württemberg genannt. Die WestLB warb in den vergangenen Monaten vergeblich um einen Fusionspartner.

Der Umbauplan der NRW-Sparkassen ist mit Milliardenkosten verbunden. Das Land Nordrhein-Westfalen ist insbesondere bei den Personalaufwendungen gefragt. Zahlreiche ehemalige und aktive WestLB-Mitarbeiter haben Versorgungsansprüche, deren Gesamthöhe auf mehrere Milliarden Euro geschätzt werden. Zahlen zur Höhe des drohenden Stellenabbaus sind bislang nicht bekannt. Die nordrhein-westfälische Landesbank hat 5000 Mitarbeiter.

Große Teile der WestLB könnten nach dem Konzept der NRW-Sparkassen verkauft werden. Dazu werden vor allem das Auslandsgeschäft und die Projektfinanzierungen gezählt. Damit würde das laufende Verkaufsverfahren für die komplette WestLB, bei dem noch 3 Finanzinvestoren im Rennen sind, in eine neue Richtung gelenkt. Für unverkäufliche Reste käme die Bad Bank infrage, die bereits umfangreiche WestLB-Papiere abwickelt. Land und Sparkassen wollen auch dem Bund einen Beitrag abringen, beispielsweise Garantien für die WestLB-Reste. Der Bund, der bereits 3 Milliarden Euro in die WestLB gesteckt hat, wies Forderungen aus Düsseldorf nach einer neuen Milliardenhilfe bislang zurück.

dpa