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Deutschland / Welt Keine Kissen, keine Decken
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00:15 10.01.2014
Von Jens Heitmann
Der Service bei TUIfly wird eingeschränkt. Im Sommer soll dazu vieles teurer werden. Quelle: dpa/Symbolbild
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Auf den ersten Blick konnten TUIfly, Air Berlin & Co. mit den Ergebnissen zufrieden sein: Für längere Reisen bevorzugen 60 Prozent der Deutschen das Flugzeug, knapp zwei Drittel sehen es als das sicherste Verkehrsmittel an – und auch in punkto Preis-Leistungs-Verhältnis schneiden die Ferienflieger für rund ein Drittel der Befragten besser ab als Auto oder Bahn. Doch mit diesen rundum positiven Antworten hat sich die Forschungsgruppe Wahlen im letztjährigen Verbraucherreport nicht begnügen wollen. So kam auch heraus, dass die Kunden an Bord „Essen und Trinken“ sowie ein „attraktives Unterhaltungsangebot“ nicht ganz so wichtig finden.

Letzteres ist natürlich den Controllern der Gesellschaften sofort aufgefallen – denn Leistungen, die Geld kosten, aber bei der Kundenbindung nicht helfen, gelten als bei Unternehmen rausgeschmissenes Geld. Billigflieger wie Ryanair oder Easyjet haben das ganz ohne Umfrage schon immer geahnt und sich den Service an Bord seit jeher immer extra bezahlen lassen. Nun ziehen die Charterflieger nach – TUIfly will bestimmte Kunden ab Mai stärker zur Kasse bitten  – Condor und Air Berlin blickten bereits sehr neugierig nach Hannover, heiß es in der Branche.

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Die TUI-Tochter hatte Einschränkungen beim kostenlosen Service bereits im Herbst angekündigt. Nur die Edelkunden der teurer Eigenmarken können künftig noch ohne Aufschlag dinieren und mehr Gepäck aufgeben als die Billigflieger. Wer nicht zu dieser besseren Hälfte der Gäste zählt, muss künftig fürs Essen extra zahlen und darf nur einen 15-Kilo–Koffer mitnehmen. Letztlich sei das Sparprogramm auch im Sinne des Kunden, hatte es damals geheißen. Schließlich wolle der vor allem eines: möglichst günstig fliegen.

Ganz so überzeigt scheint man bei TUIfly vom eigenen Konzept aber nicht zu sein – denn weitere Verschlechterungen beim Service hat die Gesellschaft bereits eingeführt, ohne sie an die große Glocke zu hängen. Schon in der aktuellen Wintersaison müssen die Fluggäste auf Decken, Kissen und Zeitungen verzichten. Auch das Unterhaltungsangebot beschränkt sich auf die sogenannte Air-Show: Statt eines Kinofilms können die Urlauber nur noch den Weg ihrer Maschine auf einer Landkarte verfolgen.

Die weitergehende Einschränkung des Angebots habe man nicht eigens kommuniziert, sagte ein TUIfly-Sprecher. Letztlich folge sie aber der gleichen Logik wie die angekündigten Sparmaßnahmen: Weniger Kissen und Decken bedeuteten weniger Gewicht. Das spare Kerosin – und senke die Kosten.

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