Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Spielwarenbranche trotzt der Finanzkrise
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Spielwarenbranche trotzt der Finanzkrise
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:39 03.11.2009
Quelle: ddp
Anzeige

Dies berichtete der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) am Dienstag in Nürnberg. Im Weihnachtsgeschäft winken den Verbrauchern darüber hinaus niedrige Preise.

BVS-Geschäftsführer Willy Fischel sagte, „die Wirtschaftskrise ist noch nicht im Kinderzimmer angekommen.“ Drei positive Verstärker seien erfolgsbestimmend: Es gebe mehr Spielzeug fürs einzelne Kind, es werde höherwertiger gekauft, und Spielwaren seien ein Thema für die ganze Familie. Wie auch schon in vergangenen Krisenzeiten beobachtet könne die Branche deshalb gegen den allgemeinen Trend wachsen - und das trotz geburtenschwacher Jahrgänge. Die Deutschen würden wieder mehr Zeit mit ihrer Familie oder Freunden verbingen. Für Weihnachten werde erwartet, dass im Schnitt jedes Kind Geschenke im Wert von 240 Euro bekommt.

Anzeige

In den ersten drei Quartalen legte der Umsatz für klassisches Spielzeug laut BVS um vier Prozent zu. Sollte das Weihnachtsgeschäft, in dem etwa die Hälfte des Jahresumsatzes gemacht wird, erfolgreich laufen, erwartet der Verband einen Umsatzanstieg für das Gesamtjahr um drei Prozent auf 2,36 Milliarden Euro. Für Videospiele rechnet der BVS mit einem bei 1,936 Milliarden Euro stagnierenden Umsatz. Insgesamt sei damit im Spielwarenmarkt in diesem Jahr ein Umsatzplus von ein bis zwei Prozent auf an den Endverbraucherpreisen gemessenen etwa 4,3 Milliarden Euro zu erwarten. Für das kommende Jahr wollte der BVS angesichts der unsicheren Wirtschaftslage keine Prognose abgeben.

Wie Fischel sagte, profitieren die Kunden durch stabile Preise vom hohen Wettbewerbsdruck im Handel. Im gerade angelaufenen Weihnachtsgeschäft gebe es viele Preisnachlässe und Sonderangebote. „Da werden die stärksten Rabatte gegeben“, sagte Fischel für die Wochen bis Weihnachten voraus. Dennoch könne er Verbraucher gerade bei beliebten Produkten nur davor warnen, mit dem Kauf in Erwartung von Preissenkungen abzuwarten. „In bestimmten Bereichen gibt es schon Klagen aus dem Einzelhandel, dass diese die Ware nicht mehr nachgeliefert bekommen.“

Werner Lenzner vom Marktforschungsunternehmen Eurotoys sagte, neben dem Trend zu größerer Häuslichkeit profitiere die Spielzeugbranche davon, günstige Angebote machen zu können. Von den bis Ende September verkauften Waren seien zwei Drittel günstiger als 20 Euro gewesen. „Hier ist der eigentliche Wettbewerbsvorteil der Spielwaren, hier wird weniger ’nein’ gesagt.“ Besonders Sammelthemen wie Karten von Polly Pocket oder Pokémon seien in diesem Jahr der Renner. Herausragend beim Umsatzwachstum seien auch Outdoor-Spielwaren wie Trampoline und Sportspielzeuge, wo Deutschland im internationalen Vergleich bisher zurückgelegen habe. Bei Kindern unter vier Jahren gebe es einen Trend, dass Eltern mit höherem Einkommen immer mehr zu natürlichen Materialien wie Holz zurückgriffen.

Wie Fischel sagte, verändert sich zunehmend auch das Sortiment der Spielwarenhändler. Das Kernsortiment werde durch Schulsachen oder Textilien ergänzt. Gleichzeitig sei der Handel via Internet auf einen Umsatzanteil von etwa zehn Prozent gewachsen. Dies gehe vor allem zu Lasten der Versandhändler.

AFP