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Deutschland / Welt Staat war auch 2009 größter Geldgeber für Bankensektor
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Staat war auch 2009 größter Geldgeber für Bankensektor
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12:26 16.02.2010
2009 sind von Investoren rund 80 Milliarden Euro für Bank-Aktien ausgegeben worden - 39 Milliarden Euro davon von staatlicher Seite. Quelle: dpa (Archiv)
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Fast die Hälfte (rund 49 Prozent) aller Ausgaben für Beteiligungen an Finanzkonzernen ist im vergangenen Jahr von Staatsregierungen gekommen, teilte die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) am Dienstag in Frankfurt am Main mit.

Insgesamt seien 2009 von Investoren rund 80 Milliarden Euro für Bank-Aktien ausgegeben worden - 39 Milliarden Euro davon von staatlicher Seite, der Rest von Privatinvestoren. Im Jahr des Bankrotts der US-Bank Lehman Brothers 2008 seien noch 178 Milliarden Euro in den Finanzsektor geflossen, 58 Prozent von Seiten des Staates.

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Die größte staatliche Kapitalspritze für eine europäische Bank sei 2009 vom Bund an die Commerzbank geflossen, teilte PwC mit. Die Bundesrepublik habe für die Teilverstaatlichung von Deutschlands zweitgrößter Privatbank knapp zehn Milliarden Euro gezahlt und besitze nun 25 Prozent der Commerzbank-Aktien. Die Verstaatlichung des maroden Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) habe mit 3,3 Milliarden Euro zu Buche geschlagen und sei damit der sechstgrößte Aktienkauf gewesen. Auf Platz sieben landeten demnach die Kapitalspitzen für die HSH Nordbank - die Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein - mit einem Gesamtwert von rund drei Milliarden Euro gemeinsam mit den Hilfen für die nordrhein-westfälische Landesbank WestLB.

Acht der zehn größten Anteilskäufe im europäischen Finanzsektor seien 2009 von staatlicher Seite erfolgt, teilte PwC mit. Jedoch überlegten die Staaten mittlerweile, wie sie sich von ihren Bank-Beteiligungen trennen könnten, erklärte PwC-Bankenexperte Burkhard Eckes. Viele Regierungen richteten ihren Blick bereits weniger auf die Unterstützung von Banken als auf die Suche nach Wegen zu einem möglichen Ausstieg. Mit dem Verkauf von Aktienpaketen in größerem Maßstab seitens der Staaten sei jedoch bis zum Jahresende noch nicht zu rechnen.

afp