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Deutschland / Welt Ökostrom treibt die Kosten hoch
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Ökostrom treibt die Kosten hoch
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08:05 09.08.2013
Von Jens Heitmann
Ein heftiges Gewitter entlädt sich über einem Windpark. Für die Zeit nach der Bundestagswahl zeichnen sich politische Turbulenzen um die Ökostromförderung ab. Quelle: dpa
Hannover

Bis Ende September könnte sich das Defizit nach Berechnungen der Netzbetreiber auf rund 3 Milliarden Euro erhöhen. Wenn sie diese Mehrkosten 2014 an die Kunden weitergeben, muss ein Durchschnittshaushalt im Jahr bis zu 70 Euro mehr für Strom zahlen als bisher.
Die Verrechnung des Ökostroms ist ein komplexer Prozess. Die Betreiber von Wind-, Solar- und Biomasseanlagen speisen ihren Strom in die Leitungen ein und bekommen dafür von den vier überregionalen Netzgesellschaften die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegten Fördersätze.

Anschließend versuchen letztere, den Ökostrom an der Strombörse zu verkaufen. Wegen des Überangebots an grüner Energie sind die Preise dort stark gesunken – die Differenz zwischen dem Preis am Spotmarkt und der durch das EEG garantierten Einspeisevergütung wird dann über die EEG-Umlage aufgefangen, die auf die Stromverbraucher umgelegt wird. Die Netzbetreiber treten dabei in Vorleistung und holen sich das Geld später zurück.

Wie hoch die EEG-Umlage für das kommende Jahr ausfällt, entscheidet sich auf der Basis der Daten, die die Netzbetreiber Ende September vorlegen. Bereits zu Beginn dieses Jahres hatte der Ausbau des Ökostroms zu einer deutlichen Erhöhung der Umlage geführt – von 3,6 auf 5,3 Cent je Kilowattstunde. Zum Vergleich: Bei ihrer Einführung 1998 betrug sie nur 0,08 Cent.

„Nach jetzigem Stand rechnen wir damit, dass die EEG-Umlage um etwa einen Cent steigt“, sagte Hannovers Stadtwerke-Chef Michael Feist am Donnerstag. In der Branche gilt auch eine noch stärkere Erhöhung als möglich. „Wenn das EEG so bleibt, werden die Steigerungen Jahr für Jahr so weitergehen“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur, Stephan Kohler. Schon 2014 könnte für Normalverbraucher ein Viertel ihrer Stromrechnung auf die EEG-Umlage entfallen.

Der starke Anstieg der Umlage geht allerdings nicht nur auf den anhaltenden Zuwachs bei Ökostromanlagen zurück – schuld daran ist auch die Verkleinerung des Kreises derjenigen, die für die Kostensteigerungen aufkommen müssen. Viele Unternehmen hat der Gesetzgeber von der Umlage freigestellt, um sie international wettbewerbsfähig zu halten.

Die Entlastung dieser Betriebe liegt bei 5,6 Milliarden Euro im laufenden Jahr – 2010 waren es noch weniger als 2 Milliarden Euro. Die Bundesregierung hat die Schwelle, ab wann eine Firma als energieintensiv gilt, gesenkt. Die EU-Kommission hegt den Verdacht, dass es sich bei der Befreiung um eine unerlaubte staatliche Beihilfe handeln könnte.

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