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Deutschland / Welt Steve Jobs’ Pulloverlieferant gibt auf
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Steve Jobs’ Pulloverlieferant gibt auf
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07:42 20.10.2011
Von Sebastian Harfst
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Berlin

Der Pullover kommt aus Berlin vom kleinen Modelabel Vonrosen, dessen Kleidungsstücke ausschließlich über das Internet vertrieben werden. „Es ist Wahnsinn, welches Interesse wir derzeit bekommen“, sagt Gründer David von Rosen. Dabei war Jobs Auftritt in der 420 Euro teuren Oberbekleidung aus der Bundeshauptstadt gar nicht so zufällig.

Mit seinen Mitarbeitern hatte von Rosen kurz nach der Gründung der Modefirma überlegt, zu wem die schlichte und trotzdem exklusiv ausgerichtete Kleidung passen könnte. Anstelle irgendwelcher Promis aus dem Boulevard stand Jobs ganz oben auf der Liste. „Den Weg über einen Wirtschaftsführer hat noch keiner gewählt“, ist sich von Rosen sicher. Der Mann, der selbst eine Marke war mit seinem immer gleichen Auftreten in Rollkragenpullover, Jeans und Turnschuhen, imponierte den Kreativen aus Berlin. Darauf wollten sie mit ihrer eigenen Marke aufbauen.

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„Wir haben kein Werbebudget, und irgendwie muss man ja bekannt werden“, sagt von Rosen. Der 35-Jährige kennt die Mechanismen des Marketings, er hat Betriebswirtschaft studiert und vor dem Eintritt in die Modewelt ein Unternehmen gegründet, das Studenten bei der Finanzierung ihres Studiums hilft. So schickte der Designer, der aus dem Westerwald stammt, einfach einen Pullover zur Apple-Zentrale in die USA. „Wir hätten nie gedacht, dass der überhaupt bei ihm ankommt“, erinnert sich von Rosen. Kam er aber, und ein Jahr später folgte eine Bestellung. Den schwarzen Pullover orderte Steve Jobs mit jeder verfügbaren Kragenform. Und dann trug er ihn. „Jetzt wollen alle diesen Pullover“, sagt von Rosen. Die Nachfrage sei um das Fünffache gestiegen.

Der Ruhm des Designers bleibt jedoch nur ein Intermezzo. Ende des Jahres wickelt er seine Firma ab. Die Anson’s Herrenhaus KG aus Düsseldorf, Inhaberin der Bekleidungsmarke Paul Rosen, hatte sich an der Namensähnlichkeit zu Vonrosen gestört und ein Widerspruchsverfahren eingeleitet. Die Parteien einigten sich außergerichtlich. Ende des Jahres ist Schluss für Vonrosen.

Einen langwierigen Rechtsstreit habe er sich nicht leisten können, sagt von Rosen. „Ein unglücklicher Zeitpunkt.“ Unter einem neuen Namen will er aber nicht weitermachen. Ideen für neue Unternehmungen seien jedoch da. Mehr verrät er nicht. Es bleibt die Erinnerung an den großen Modemoment. Von Rosen ist überzeugt: „Ich glaube, dass sich Steve Jobs in unserem Pullover wohlgefühlt hat.“