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Deutschland / Welt TUI Deutschland übt den Spagat
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt TUI Deutschland übt den Spagat
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12:31 20.08.2011
Von Jens Heitmann
In der TUI-Deutschland-Zentrale bangen viele Mitarbeiter um ihre Jobs. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

„Das ist unsere Antwort als Marktführer auf den gravierenden Marktumbruch“, sagte TUI-Deutschland-Chef Volker Böttcher am Freitag.

Im von Überkapazitäten geprägten Massengeschäft rund ums Mittelmeer und auf den Kanaren will das Unternehmen künftig schneller als bisher billige Flüge mit günstigen Hotels kombinieren können. Neben den von den eigenen Einkäufern akquirierten Anlagen will die TUI auch Angebote aus sogenannten Bettenbanken nutzen. Weil diese Reisen quasi per Knopfdruck am Computer entstehen, fielen viele individuelle Arbeitsschritte weg, hieß es bei der TUI. Das Volumen entspreche etwa 400 Stellen.

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Während die TUI im Massenmarkt eher aus einer Position der Schwäche auf Wettbewerber reagieren muss, will sie bei teureren Reisen selbst Akzente setzen und die Konkurrenz vor sich her treiben. Mit den Robinson-Clubs ist das bereits gelungen, nun dient die neue Hotelmarke Sensimar als Blaupause für die weitere Differenzierung des Angebots. Im Fokus stehe eine „lifestyle-orientierte Klientel“, die keinen Urlaub von der Stange buchen wolle, sagt ein Unternehmenssprecher.

TUI Deutschland ist für den Konzern eine besonders wichtige Einheit. Von Hannover aus steuert der Veranstalter neben dem Heimatmarkt auch den Vertrieb in Österreich, Polen und der Schweiz. Gesellschaftsrechtlich hängt das Unternehmen an der britischen TUI Travel, in der TUI-Konzernchef Michael Frenzel das europäische Veranstaltergeschäft gebündelt hat. Aus Großbritannien stammen – für die Reisebranche – ehrgeizige Renditevorgaben: Mittelfristig soll TUI Deutschland eine Marge von 3 Prozent erreichen.

In der Vergangenheit hatte TUI-Deutschland-Chef Böttcher deshalb das Ziel „Marge vor Menge“ ausgegeben. Wer überleben wolle, dürfe das Gesundschrumpfen aber auch nicht übertreiben, lautet nun die neue Devise.