Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt TUI ächzt unter Hilfen für Hapag-Lloyd
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt TUI ächzt unter Hilfen für Hapag-Lloyd
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:21 13.08.2009
Von Jens Heitmann
Die geringere Auslastung der Hapag-Lloyd-Flotte und der Rückgang der Frachtraten verhageln der TUI die Bilanz. Quelle: ddp
Anzeige

Der Konzern stelle sich darauf ein, dass die Krise der Containerschifffahrt möglicherweise bis 2011 andauere, sagte Finanzvorstand Rainer Feuerhake am Donnerstag. Die daraus resultierenden Risiken seien aber beherrschbar: Die TUI habe aber „ausreichende Mittel, um die ausstehenden finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen.“

An der Börse wurde die Ankündigung mit Erleichterung aufgenommen. Obwohl sich der Verlust im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit minus 524 Millionen Euro mehr als vervierfachte und der Umsatz um 12 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro fiel, schoss der Aktienkurs zwischenzeitlich um bis zu 14 Prozent nach oben. Zuletzt hatte die Anleger ein Analyst aufgeschreckt, der wegen der Belastungen durch Hapag-Lloyd für die TUI ein Insolvenzrisiko gegeben sah.

Anzeige

Feuerhake rechnet damit, dass die Bundesregierung bereits im September über eine Staatsbürgschaft für die Reederei entscheidet – ein entsprechender Antrag werde in Kürze gestellt. Die Eigentümer wollen Hapag-Lloyd mit einer Finanzspritze von insgesamt 750 Millionen Euro stärken, weitere 1,2 Milliarden Euro sollen von den Banken kommen.

Die TUI, die 43 Prozent der Anteile hält, will sich mit rund 320 Millionen Euro beteiligen. Der Konzern werde dazu einen Teil der bereits gewährten Kredite in Höhe von 1,4 Milliarden Euro in Hybridkapital umwandeln, erklärte Feuerhake. Dabei handelt es sich um eine nachrangige und langfristig angelegte Mischform aus Fremd- und Eigenkapital. Bei der TUI stellt man sich darauf ein, dass eine Weile kein Geld von Hamburg nach Hannover fließen wird: Nach Erhalt der Staatshilfen dürfe Hapag-Lloyd keine Dividende ausschütten, zudem sei mit einer verspäteten Rückzahlung von Darlehen zu rechnen, sagte der Finanzchef.

Aber auch so lastet die Krise der Containerlinie bereits schwer auf dem Konzern. Der hohe Verlust in den Monaten April bis Juni geht nahezu komplett auf deren Konto: Zum einen entfallen vom Minus aus dem operativen Reedereigeschäft 121 Millionen Euro auf die TUI. Zum anderen musste der Konzern die Hapag-Lloyd zur Verfügung gestellten Darlehen neu bewerten – was Belastungen von 371 Millionen Euro zur Folge hatte.

Dass die Reederei zuletzt so tief in die roten Zahlen gefahren ist, geht offenbar auch auf eine falsche Einschätzung des Marktes zurück. Nachdem die Frachtraten im ersten Quartal um 14 Prozent eingebrochen seien, habe man im Frühjahr mit einer gewissen Erholung gerechnet, berichtete Feuerhake. Hapag-Lloyd habe daher im April versucht, die Frachtraten anzuheben. Parallel dazu hätten Konkurrenten jedoch eine neue Runde im „Kampf um Volumen“ eingeläutet – woraufhin die Frachtraten im zweiten Quartal um 25 Prozent absackten. Die transportierten Mengen gingen im ersten Halbjahr um 16 Prozent zurück. Aktuell sei ein leichter Anstieg zu beobachten, aber auf sehr geringem Niveau.

Stefan Winter 13.08.2009
Deutschland / Welt Opel-Übernahmevertrag - Magna einigt sich mit GM
13.08.2009