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Deutschland / Welt TUI erhöht den Druck auf Hamburg
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt TUI erhöht den Druck auf Hamburg
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20:34 13.12.2011
Von Jens Heitmann
Die „Chicago-Express“ von Hapag-Lloyd liegt am Kai des Containerterminals Altenwerder und wird beladen.
Die „Chicago-Express“ von Hapag-Lloyd liegt am Kai des Containerterminals Altenwerder und wird beladen. Quelle: dpa
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Damit mache die TUI von ihrem vertraglich vereinbarten Ausstiegsrecht Gebrauch, teilte Vorstandschef Michael Frenzel am Dienstag nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

Die TUI will sich aus der Schifffahrt zurückziehen, um sich ganz auf das Reisegeschäft zu konzentrieren. Mit der Einnahme aus dem Verkauf der Hapag-Anteile will der Konzern seine Verschuldung verringern und in die Touristik investieren. Als mögliche Ziele gelten hier die komplette Übernahme des britischen Reiseveranstalters TUI Travel oder der Ausbau des Hotelangebots.

„Unser Ausstieg aus der Containerschifffahrt ist vor mehr als drei Jahren mit allen Partnern im Hamburger Konsortium festgeschrieben worden“, erklärte Frenzel am Dienstag. „Im laufenden Jahr haben wir unsere Kapitalbindung bereits um eine Milliarde Euro zurückgeführt. Die Ausübung unseres Andienungsrechts ist jetzt der nächste konsequente Schritt.“

Die TUI hatte in den vergangenen Monaten mit mehreren Reedereien über einen Verkauf des eigenen Hapag-Pakets verhandelt. Diese Gespräche lägen zur Zeit aber auf Eis, hieß es im Umfeld des Konzerns: „Die Tür ist nicht zu, aber sie ist angelehnt.“ Der Ausblick für die Containerschifffahrt hatte sich zuletzt stark eingetrübt. Der Preiskampf der Marktführer Mærsk und MSC sowie die gestiegenen Treibstoffkosten belasten die gesamt Branche.

Nur wegen eines eingeleiteten Sparprogramms konnte Hapag-Lloyd im dritten Quartal unter dem Strich noch ein Plus von 10 Millionen Euro verbuchen – ein Jahr zuvor hatte die Reederei noch 218 Millionen Euro verdient. Den Verlust aus dem ersten Halbjahr konnte man mit dem Minigewinn nicht ausgleichen.

In der Branche wird erwartet, dass die TUI für ihren Hapag-Anteil rund eine Milliarde Euro erlösen kann. Es gilt allerdings als fraglich, ob das Hamburger Konsortium eine solche Summe aufbringen kann. Hinter „Albert Ballin“, das 61,6 Prozent an der Containerlinie hält, stehen als größte Anteilseigner der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne und die Hansestadt Hamburg. Bereits in diesem Frühjahr hatte Kühne einen Anteil von 11,3 Prozent für 315 Millionen Euro von der TUI zurückgekauft.

Wenn sich die TUI mit dem Konsortium in einem ersten Schritt der Andienung nicht über den Wert ihrer Hapag-Beteiligung einigen kann, wird ein Wirtschaftsprüfer den Verkehrswert festlegen. Dieser soll sich weniger an der aktuellen Lage orientieren, sondern an „der erwarteten zukünftigen Ertragskraft“, wie die TUI mitteilte.

Wenn die Hamburger Konsorten bis Ende September nächsten Jahres keinen Kaufvertrag unterschreiben, kann die TUI die Mehrheit an Hapag-Lloyd an Investoren verkaufen und dürfte in diesem Fall alle ihr noch verbliebenen Anteile veräußern. Das Hamburger Konsortium müsste dann die zur Erlangung der Mehrheit erforderlichen Anteile an Hapag-Lloyd ebenfalls an diesen Investor zum gleichen Preis verkaufen, hieß es.

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