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Deutschland / Welt TUI versucht’s mit Sommergarantie
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt TUI versucht’s mit Sommergarantie
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18:54 29.06.2014
Großes Potenzial: Die TUI will mehr Feriengäste nach Kroatien - hier die Insel Korcula - locken. Quelle: Josip Madracevic/Kroatische ZFT
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Zadar

Sagt der Wetterbericht in der Woche vor der Anreise etwas anderes voraus, dürfen Urlauber kostenlos auf einen späteren Zeitraum oder ein anderes Reiseziel umbuchen. Bisher galt die Sommergarantie nur auf einigen Fernreisezielen.

Mit einer Doppelstrategie will TUI Deutschland der Online-Konkurrenz Paroli bieten. Bis 2017 soll die Zahl der exklusiv nur bei der TUI buchbaren Hotels um ein Drittel auf 118 Resorts wachsen. Gleichzeitig baut der Konzern seine erfolgreiche Billigmarke 1-2-Fly weiter stark aus.Zur Wintersaison werden dort 6000 Hotels aller Kategorien für Schnäppchenjäger im Angebot sein. Dies kündigte Landeschef Christian Clemens bei der Präsentation der Winterprogramme in der kroatischen Küstenstadt Zadar an.

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Die aktuelle Buchungslage beim Marktführer ist in vielen Zielgebieten offenbar recht erfreulich. Besonders Griechenland habe das frühere Niveau erreicht und könne in der laufenden Sommersaison erstmals die Marke von 400 000 Gästen übertreffen, sagte Clemens. Inseln wie Korfu und Kos seien bei deutschen Gästen besonders beliebt.

Auch in wichtigen anderen Urlaubsländern wie Spanien und Türkei legten die Buchungen zu. Dagegen leide die kanarische Insel Lanzarote unter einem veralteten Hotelangebot. Sorgenkind bleibe auch Ägypten, wo der Tourismus nach dem politischen Umbruch nur mühsam wieder in Schwung komme.

Großes touristisches Potenzial sieht Clemens an der kroatischen Mittelmeerküste, die vielerorts noch recht unberührt ist. Kroatiens Tourismusminister Darko Lorencin kündigte an, dass das Angebot an Hotels und Campingplätzen verbessert und ausgebaut werden solle. Rund ein Dutzend Feriengebiete soll mehr auf spezielle Kundengruppen wie Radler, Wanderer, Kletterer oder Wellness-Freunde ausgerichtet werden.

Wenn es um konkrete Zahlen zur Geschäftsentwicklung geht, gibt sich Clemens momentan einsilbig. Der Chef von TUI Deutschland ist zum Stillschweigen verpflichtet, seit die beiden Dachgesellschaften TUI AG und TUI Travel plc ihre geplante Verschmelzung angekündigt haben. Bis zum Frühjahr 2015 will der mit 74.000 Mitarbeitern weltweit größte Tourismuskonzern seine Strukturen vereinfachen und dadurch Kosten senken.

In der kommenden Wintersaison wird der Urlaub in beliebten Zielgebieten teurer. Die starke Nachfrage treibt vor allem in der Türkei, auf den Kanaren und Balearen die Preise nach oben. Ägypten dagegen versucht, mit günstigeren Angeboten mehr Gäste anzulocken. Auf der Fernstrecke wird der Urlaub in den USA, Mexiko und im Orient teurer - in Afrika, Kanada und Thailand hingegen günstiger. Mit 6000 Hotels und 400 Rundreisen in 70 Ländern bietet TUI auf der Fernstrecke die bisher größte Auswahl an.

Thomas Wüpper

Online-Check-in im Hotel

TUI-Kunden sollen schon bald online im Hotel einchecken können. Erste Tests dafür laufen. Bereits heute ist es möglich, ticketlos zu reisen. „Niemand braucht mehr einen dicken Packen an Reiseunterlagen“, sagte Clemens. Ebenfalls in der Planung sind eigene Flughafen-Lounges für TUI-Kunden oder WLAN im Transferbus. Letzteres soll ab dem kommenden Sommer in Spanien angeboten werden.